Oder: Zur Qualität und zum Rassismus des hiesigen Lokaljournalismus
Weil auch wir immer wieder Bauchschmerzen mit dem hiesigen Lokaljournalismus haben und eine „Stadt für alle“ selbstverständlich ein antirassistisches Grundverständnis hat, veröffentlichen wir die Stellungnahme einiger Antifaschist*innen zur Berichterstattung der PNN zur Antirassistischen Demo am Samstag, den 22.08.2020:
Die 1. Mediatrike – Parade in Potsdam, abgeschlossen mit dem 4. Mediatrike – Festival auf dem Bassi war vor allem eine eindrucksvolle Demonstration der Kraft und Vielfalt der Initiativen und Organisationen, die sich hier für eine Verkehrswende, eine neue, ökologische Mobilität einsetzen. Über 50 – oft sehr kreativ gestaltete und gebaute Lastenräder fuhren gemeinsam mit rund 200 Fahrradfahrer*innen in einem Korso durch die Stadt, hin zu verschiedenen Stationen der Flotte Potsdam – www.flotte-potsdam.de
Dabei waren unter anderem der ADFC, der VCD, die Projektwerkstatt INWOLE, Potsdam autofrei, die FHS Potsdam, Pedales, Treffpunkt Freizeit, die Machbar im Freiland, das Stadtteilnetzwerk West und viele mehr. 6 Livebands – die zum Teil auf Lastenrädern während der Demo gespielt haben, gaben dem politischen Anliegen einen coolen kulturellen Rahmen.
Die politische und mediale Öffentlichkeit der Landeshauptstadt hingegen glänzte weitgehend durch Abwesenheit. Von den Verantwortlichen für die Verkehrspolitik war niemand erschienen, auch die Rathausspitze fehlte. Eine Verkehrswende scheint nicht deren Hauptanliegen zu sein. MAZ und PNN war das große Festival unter Coronabedingungen und die Lastendaddemo im Vorfeld kein Bericht wert, die PNN ignorierte so ein Thema mal wieder völlig.
Des dokumentieren wir hier die passende Rede der Organisatoren um die Flotte Potsdam:
Am kommenden Mittwoch, den 19. August 2020 geht es in der Stadtverordnetenversammlung Potsdams wieder einmal um das RAW Gelände. Den Abgeordneten haben eine Beschlussvorlage aus der Verwaltung bekommen, die im Grunde bedeutet: Alles so übernehmen, wie es der Investor wünscht, die Sorgen und Bedürfnisse der Anwohner*innen weiter ignorieren und das Ganze möglichst im beschleunigten Verfahren.
Wir dokumentieren den Offenen Brief der Anwohner*inneninitiative Teltower Vorstadt:
Gestern
hat die Stadtverwaltung über den Stand der Bauleitplanung für das
große, umstrittene und überdimensionierte Projekt eines IT Campus
auf dem ehemaligen RAW Gelände informiert.
Und – siehe da – die Stadtverwaltung hat ganz offensichtlich richtig fleißig gearbeitet! Auf der Seite des Rathausinformationssystems :
sind sämtliche Pläne, Karten und Abwägungen veröffentlicht – das sind allein 18 Anlagen, Hunderte Seiten, Dutzende Karten und ganz ausführliche Rechtsanalysen.
Morgen, Mittwoch, den 5. August 2020 in der Satiresendung extra3 um 22.50 Uhr im NDR – und in der bitteren Realität beim Streit um die unsinnige Verlegung des Strandbads Babelsberg.
Hier ist die Pressemitteilung des Netzwerkes „Stadt für alle“ – auch zur Welle der Bußgeldbescheide, mit denen die Stadt Potsdam aktuell Aktivist*innen und Bürger*innen überzieht:
Nach der großen öffentlichen Aufmerksamkeit für unsere Recherche zu den Geschäftsmodellen internationaler Immobilien – und Finanzinvestoren in Potsdam machen wir natürlich weiter!
Auch, weil die Reaktionen und Konsequenzen aus Verwaltung und Politik der Stadt Potsdam in einem Wort zusammen zu fassen sind: Nichts.
Deshalb wollen wir hier unsere Recherchewege öffentlich machen. Wie sind wir vorgegangen, welche Quellen haben wir verwendet, wie können Mieter*innen rausbekommen, wem sie eigentlich Miete bezahlen.
Wir wollen damit Mieter*innen in Potsdam Mut machen, selbst aktiv zu werden, zu recherchieren und sich zu organisieren.
Gleichzeitig bieten wir weiter an: Schickt uns Eure Mietverträge, dubiose Namen von neuen Eigentümern, Betriebskostenabrechnungen u.s.w. Wir bleiben dabei: Nur, wenn die Menschen in der Stadt wissen, wem sie gehört, können sie auch Widerstand leisten und ihre Freiräume erkämpfen!
Am Sonntag fand in der Teltower Vorstadt ein spontanes Kiez – und Straßenfest mit Balkonmusik statt! Rund 300 Menschen stellten Stühle, Tische und Sessel auf die Straßen und Parkplätze, teilten Infos, feierten ihren Kiez und tanzten zur tollen Musik von 5 Balkonen in dem Quartier. Die Anwohner*inneninitiativen „Teltower Vorstadt“, welche das Fest mitorganisiert hatte, erneuerte auf der Straße und vom Balkon ihre Kritik am geplanten Großprojekt der RAW Potsdam GmbH und forderte, endlich eine „Soziale Erhaltungssatzung“ für den Stadtteil als Schutz vor Verdrängung und Mieterhöhung.
Wir haben eine Menge an Reaktionen und Antworten auf unsere Aktionen und Veröffentlichungen in den letzten Wochen erhalten. Die wollen wir Euch nicht vorenthalten. Dabei geht es natürlich vor allem um das Dossier zu Immobilieninvestoren in Potsdam, aber auch weiter um das Thema Strandbad im Park Babelsberg.
Am 21. April 2020 haben rund 80 Menschen mit einem spontanen Spaziergang im Park Babelsberg den vorzeitigen Abrissbeginn am Strandbad und Bootshaus durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verhindert.
Jetzt haben Dutzende Spaziergänger*innen und Aktivist*innen Anhörungen zu einem Bußgeldverfahren nach der damals gültigen Eindämmungsverordnung bekommen. Damit könnte der Konflikt um das Thema „Strandbad“ erneut eskalieren.
Wir fordern die Stadt Potsdam dringend auf, den Vorwurf des Verstoßes gegen Eindämmungsverordnung und Infektionsschutzgesetz fallen zu lassen. Alle Menschen vor Ort haben sich an Abstandsregeln gehalten, fast alle haben einen Mund – Nase – Schutz getragen, haben den Ort freiwillig und ohne Aufforderung verlassen. Die hier versandten Anhörungen sind vollkommen willkürlich.
Anhängend finden alle Betroffenen einen von einem Anwalt geprüften Widerspruch, dieser muss persönlich und fristgerecht versandt werden: Bitte meldet Euch bei uns, damit wir alle Fälle sammeln und beraten können!
Wir hätten nie gedacht, so weit zu kommen. Nach 6 Monaten intensiver Recherche, über 150 Dokumenten, vielen heißen Diskussionen veröffentlichen wir die Ergebnisse einer Recherche über das Geschäftsmodell eines international aufgestellten Konstrukts von Finanz – und Immobilieninvstoren in Potsdam.
Diese Dokumentation wurde von einem Rechercheteam im Netzwerk „Stadt für alle“ Potsdam erstellt. Ohne die Unterstützung von Übersetzer*innen, Grafiker*innen und vor allem dem Recherchenetzwerk „Correctiv“ wären wir nie soweit gekommen!
Danke! Das geht natürlich an das Rechercheteam, den Grafiker, Übersetzer*innen und die Linke Potsdam für die finanzielle Unterstützung!!!
Die Dokumentation ist öffentlich! Sie kann heruntergeladen und soll verbreitet werden. Eine „Stadt für alle“ geht nur mit dem Wissen darum, wem sie gehört! Wir bitten lediglich, auf die Urheberschaft des Netzwerkes „Stadt für alle“ Potsdam zu verweisen.
Bei Fragen und Anregungen, wenn Ihr selbst solche Netzwerke erkunden wollt, wendet Euch an uns: