Schlagwort: Architektur

  • Schlossaneignung

    Architektur wird mehr und mehr zur Kampfzone für Rechtspopulisten und Rechtsextreme. Letzte Woche tat sich die AfD mit einem Bauhaus- und Moderne-Bashing hervor. Rekonstruktionen von Nationalsymbolen wie die Garnisonkirche in Potsdam oder das Berliner Schloss erfreuen sich hingegen in diesen Kreisen großer Beliebtheit. Daher ist es an der Zeit, das endlich aufgeklärt wurde, welche rechtslastigen Kreise für die Berliner Schlossfassaden spendeten und welchen Einfluss sie hiermit nahmen. Zugleich sollte die bestehende Preußenverherrlichung aufgebrochen, durch künstlerische Interventionen an der Schlossfassade neue Perspektiven auf deutsche Geschichte aufgezeigt und verdrängte Spuren seiner Geschichte wieder sichtbar gemacht werden. Gerade heute sollten wir diesen nationalen Symbolort einer rechtslastigen Instrumentalisierung entziehen und uns für kritische und plurale Zugänge zu deutscher Geschichte und Identität einsetzen.

    Dazu wurde eine Bundestagspetition gestartet, die noch neun Tage bis zum Freitag, 8 November gezeichnet werden kann. Falls noch nicht geschehen, unterschreibt diese gleich online direkt beim Bundestag (mit Registrierung)

    https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2024/_04/_22/Petition_166538.html

    Oder nehmt die Unterschriftenliste im Anhang, unterschreibt analog und sammelt gleich noch weitere Unterschriften ein.

    Je mehr Unterschriften, desto mehr politisches Gewicht hat unsere Initiative. Wenn 30.000 erreicht werden, wird das Anliegen zudem im Bundestagsausschuss erörtert! Daher teilt bitte den Link und Aufruf zur Petitionsunterzeichnung noch einmal breit in euren Netzwerken: bit.ly/petition-schlossaneignung

    Und liked und teilt die Keyinhalte der Schlossaneignung über eure privaten/geschäftlichen Social-Media-Kanäle:

    https://www.instagram.com/p/DBN6mcqt1AY/?utm_source=ig_web_button_share_sheet&igsh=M2M0Y2JmOTAyOA==

    https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid0vzWEc5YZv2uEpJ8Rngr979sgwMU1v9bczuHxjXBMgCJBLtMHkn71R921EwDcZ3vfl&id=61566555466079

    Auf unserer Website https://schlossaneignung.de findet ihr viel Informationen zum Thema, nicht zuletzt die 153 Gestaltungsvorschläge von unserem Ideenaufruf.

  • Hauptsache „schön“

    Soziale Fragen waren und sind in Potsdam kein Ziel von Stadterneuerung

    Das Hausprojekt in der Wollestraße 52 ist daran gescheitert, die Menschen in der Wichgrafstraße 11 dürfen nicht auf die Unterstützung der Stadt hoffen, in der Teltower Vorstadt herrscht weiter Angst vor Verdrängung.

    Dafür ist es überall „schön“ geworden in Potsdam. In Potsdam West, in Babelsberg, in der Innenstadt – überall strahlen frisch sanierte Fassaden im farblichen Original, selbst die Details erinnern an die barocke Herrlichkeit der Stadt.

    Nun hat ein Gutachten der Verwaltung quasi die Beweisführung dafür geliefert, wie die kommunale Politik in den letzten 30 Jahren die Stadtfassaden erneuert und gleichzeitig soziale Auswirkungen die gesamte Zeit ignoriert hat.

    Hier ist das gesamte Dokument:

    (mehr …)
  • Albrechts Architektur-Euthanasie – ein Kreuzzug

    Der Architekt Thomas Albrecht weiß was schön ist und was nicht – zumindest glaubt er dies.  Dieser Glauben basiert auf Gott und sich selbst. Die MAZ hat ihn zur Garnisonkirche interviewt.

    „Schön“ ist eine stark individuell geprägte Kategorie der Bewertung von Wahrgenommenem. Diese Reflektion ist aber verankert in gesellschaftlich geprägten Wertvorstellungen. Religiöse Konventionen sind ein Aspekt  dieser Wertematrix. Wenn sich also ein katholisch geprägter Architekt äußert, sollte es niemanden verwundern, wenn eher ein antiquiertes, herrschaftliches und patriarchisches Weltbild als Maßstab der Bewertung zum Vorschein kommt. Überraschend ist lediglich, dass sich Albrecht offen zur Gebäudevernichtung – also der „Architektur-Euthanasie“ bekennt und gar nicht wahrnimmt (oder wahrnehmen will), wie sehr er dabei ideologisch und egomanisch geprägt ist.

    (mehr …)