Wir dokumentieren: Pressemitteilung betroffener Mieter*innen
Mieterinnen und Mieter aus Babelsberg haben sich an das Netzwerk „Stadt für alle“ mit der Bitte gewandt, folgende Pressemitteilung zu verschicken und öffentlich zu machen.
Wir sind Betroffene von Entmietung und Verdrängung aus dem Stadtteil Babelsberg. In den letzten Monaten mussten wir erleben, wie uns der Immobilienunternehmer Wolfhard Kirsch aus unseren Wohnungen verdrängt hat bzw. verdrängen will. Deshalb haben wir uns jetzt zusammen geschlossen und wollen dieses unmoralische Geschäftsmodell öffentlich machen. Dazu haben wir einen Flyer erstellt, den wir in den letzten Tagen tausendfach in den Haushalten in Babelsberg verteilt haben.
Darin schildern wir, was wir an Verdrängungsmethoden erlebt haben. Eine Mieter*in schildert es so: „Herr Kirsch hat mich abends oder am Wochenende angerufen oder mir Nachrichten geschickt. Er hat mir mit einer Eigenbedarfskündigung der neuen Eigentümer gedroht und mich gedrängt, einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen. Ich hatte Angst, meine Wohnung zu verlieren, und aus Babelsberg weggehen zu müssen.“
Jetzt reicht es uns. Herr Kirsch kandidiert für die CDU in unserem Wahlkreis für die neue Stadtverordnetenversammlung. Dies halten wir für eine unzulässige Verquickung politischer und geschäftlicher Interessen.
Deshalb fordern wir: „Wer Menschen verdrängt, gehört nicht in die Stadtverordnetenversammlung!“
Natürlich fürchten wir, in Babelsberg keine neue Wohnung mehr zu finden. Genau das war eine der Drohungen von Herrn Kirsch. Deshalb wollen wir anonym bleiben und danken dem Netzwerk „Stadt für alle“ für diese Möglichkeit, unser Anliegen öffentlich zu machen.
Betroffene Mieter und Mieterinnen aus Babelsberg
Anmerkung des Netzwerkes „Stadt für alle“: Selbstverständlich kennen wir alle diese Menschen, haben Gesprächsprotokolle, Mails und Unterlagen, die diese Schilderungen belegen.
Aber zu viel fehlt und unklar ist, wer sich daran hält…
Über zwei Jahre wurde am neuen Wohnungspolitischen Konzept für die Stadt Potsdam gearbeitet – im Begleitkreis mit Akteuri*nnen aus Stadtverwaltung und der Wohnungswirtschaft, Stadtpolitik und und Zivilgesellschaft. Es gab spannende Fachgesprächen mit Expertinnen und Dialogforen mit Beteiligung einer – leider begrenzten – Öffentlichkeit. Auch Stadtverordnete – vor allem aus SPD und den Grünen – waren selten dabei. Das Netzwerk „Stadt für alle“ hat sich nach durchaus kontroversen Debatten von Anfang an intensiv in den Prozess eingebracht, hat Analysen und Konzepte vorgelegt und kann am Ende feststellen, dass einige Vorschläge Eingang in die Endversion gefunden haben,
Das Institut RegioKontext GmbH begleitete die Debatte in den verschiedenen Gremien federführend und stellte aus den Ergebnisse das den Stadtverordneten vorgelegte Wohnungspolitischen Konzept 2024 zusammen. Das Konzept wurde am 10. April 2024 in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht und in die Ausschüsse überwiesen.
Wird das Konzept wie geplant in der letzten Sitzung dieser Legislaturperiode am 15. Mai 2024 verabschiedet, wird es die Vorgängerversion von 2015 ersetzen und soll künftig Leitlinie der Potsdamer Wohnungspolitik sein.
Warum wurde ein neues Konzept überhaupt notwendig?
Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Zuerst – Umsetzungsdefizite Das Wohnungspolitische Konzept von 2015 enthielt viele guten Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnungsversorgung im Potsdam; es hatte aber einen gravierenden Mangel: Nur wenige Maßnahmen wurden in acht Jahren seit seiner Konzipierung umgesetzt.
Die Schwachpunkte können so zusammengefasst werden: – unklare Zuordnung der Verantwortung in der Stadtverwaltung, fehlende personelle Ressourcen – fehlendes kontinuierliches Prozessmonitoring, keine Nachsteuerung bei Verfehlung der Ziele – unzureichende Kontrolle des Umsetzungsprozesses durch die Stadtverordneten und Akteure des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen – fehlender politischer Wille bei konkreten Themen wie Bodenpolitik und Förderung gemeinschaftlicher Wohnprojekte
Gleichzeitig veränderten Entwicklungen der letzten Jahre die Bedingungen für die Wohnraumversorgung und Wohnungswirtschaft in Potsdam vor allem in diesen Bereichen: – Die Zahl der Einwohner*innen stieg seit 2015 stieg an, zum Großteil bedingt durch Zuzug. – Die Bemühungen um Klimaschutz führten zur Einführung neuer gesetzlichen Regelungen, so z.B. die Verpflichtung zur kommunalen Wärmeplanung sowie das Gebäudeenegiegesetz (GEG), die beide energetischen Auflagen sowohl für Bestands- als auch Neubauten machen. – Und natürlich gehört dazu auch der dramatische Anstieg der Mieten und Bodenpreise in Potsdam
Was ist der Inhalt des Wohnungspolitischen Konzepts 2024?
Als zentrale Aufgabe wird angesehen, bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum für die Einwohner*innen Potsdams bereitzustellen. Dieses Anliegen wird vor dem Hintergrund der sich veränderten demographischen Situation und klimapolitischen Anforderungen verfolgt und gliedert sich in vier Aufgabenfelder:
Eingebettet sind diese wohnungspolitischen Handlungsfelder in zwei weitere Aufgabenbereiche:
• A1: Sammlung und Analyse von Wohnungsmarktdaten als Grundlage für Entscheidungen in den o.g. Aufgabenfeldern
• A6 und A7: Steuerungs- und Beteiligungsstrukturen (Verwaltung, Wohnungswirtschaft, Stadtverordnete und Zivilgesellschaft)
Das Wohnungspolitische Konzept erhebt den Anspruch, für die kommunale Wohnungspolitik einen Handlungsrahmen und strategisches Steuerungsinstrument zur Verfügung zu stellen, das evidenzbasierte Entscheidungen unter Beteiligung von Akteuren der Stadtverwaltung, Kommunalpolitik, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft ermöglicht.
Das Wohnungspolitische Konzept 2024 kann hier abgerufen werden:
Das Konzept ist in höherem Maße umsetzungsorientiert. Es konzentriert sich auf Prozesse und Strukturen, die im Verantwortungsbereich der Stadt Potsdam liegen. Das sind im Wesentlichen zusätzliche Personalstellen und die Neuordnung der Zuständigkeiten innerhalb der Stadtverwaltung, so z.B. die verbindliche Zuordnung von Aufgabenfeldern zu Fachbereichen und die Koordination der wohnungspolitischen Aktivitäten durch eine Geschäftsstelle.
Über den Kreis der Verwaltung hinaus besteht im Hinblick auf die Umsetzung der Maßnahmen eine abgestufte Verbindlichkeit. Mittelbar lässt sich die Umsetzung auch noch bei den kommunalen Unternehmen ProPotsdam und EWP steuern. Für den übergroßen Anteil der Akteuren am Potsdamer Wohnungswirtschaft hingegen (60% private Klein- und Großvermieter, Eigenheim- und Eigentumswohnungsbesitzer, 20% Genossenschaften und andere gemeinwohlorientierte Mietwohnorganisationen) entfaltet das Konzept keine Mitwirkungsverpflichtung.
Das Konzept ist ein allgemeiner Handlungsrahmen, der im weiteren Prozess durch konkrete Maßnahmen zu füllen ist. Die fortschreitende Konkretisierung bietet den Vorteil, auf zukünftige Entwicklungen flexibel reagieren zu können. Andererseits besteht in der Offenheit des Konzepts natürlich auch die Gefahr, dass die Umsetzung ins Leere läuft, wenn veränderte politische Konstellationen in der Stadtverordnetenversammlung in kommenden Jahren verhindern, dass Maßnahmen, die im bisherigen Prozesse als nützlich bis erforderlich angesehen wurden, konzipiert und mehrheitlich beschlossen werden sollen. Auf Grund der schwierigen Haushaltslage ist es durchaus auch möglich, dass die geforderte Finanzierung – vor allem für Personal – gar nicht bereit gestellt wird.
Wird das Wohnungspolitische Konzept 2024 funktionieren?
Das ist nur schwer einzuschätzen. Das alte Wohnungspolitische Konzept von 2015 enthielt ca.30 Maßnahmen mit konkreten wohnungspolitischen Zielen, aber es es blieb weitgehend wirkungslos, weil ein Umsetzungsmechanismus fehlte. Das neue Konzept konzentriert sich nun auf Strukturen, die den Umsetzungsprozess von Maßnahmen ermöglichen, verschiebt aber die Entscheidung, welche konkreten wohnungspolitischen Ziele mit den Maßnahmen verbunden werden, zu großen Teilen in die Zukunft.
Ob das Konzept so funktioniert, wird also von Bedingungen abhängen, die künftig von vielen Akteuren zu gestalten sind. Einige wollen wir nennen:
- Die Entscheidungsträger*innen in der Verwaltung, die Beigeordneten und Fachbereichsleitungen, müssen dafür Sorge tragen, die neu zu schaffenden Stellen (Geschäftsstelle, Stabsstelle u.a.) so personell auszustatten, dass sie die zugewiesenen Funktionen der Information und Koordination, Vermittlung und Beratung ausfüllen können.
- Die Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung müssen über Personen mit Fachkompetenz im Bündnis kontinuierlich mitarbeiten. Sie müssen ihrer politischen Kontrollfunktion nachkommen, in regelmäßigem Turnus Berichte über die Umsetzung des beschlossenen Konzepts zu fordern.
- Ein Berichtswesen mit verlässlichen Daten über die Bevölkerungsentwicklung, Wohnsituation, Eigentümerstruktur, Bauvorhaben u.a. ist aufzubauen, um auf der Grundlage dieser Information begründete Entscheidungen treffen zu können.
- Kommunale Energiewende sowie strategisches Flächenmanagement verlangen eine ausreichende Finanzierung. Dazu müssen Förderprogramme genutzt werden, aber auch Mittel aus den Haushalt der Landeshauptstadt bereitgestellt werden
- Um die Kommunen handlungsfähig zu machen, muss das Land in den kommenden Jahren einige Voraussetzungen schaffen: Zum einen rechtliche Grundlagen für den Einsatz mietrechtlicher und städtebaulicher Instrumente, zum anderen Förderprogramme für klimapolitisch geforderte Investitionen
- Mieter*inneninitiativen und stadtpolitische Netzwerke dürfen sich nicht damit zufrieden geben, dass ein neues wohnungspolitisches Konzept erarbeitet und beschlossen wurde. Die Umsetzung in den kommenden Jahren ist ein Betätigungsfeld eigener Art, das Energie, Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen verlangt.
Die Umsetzung des Konzepts beinhaltet einen weiten Bereich von Unwägbarkeiten, die eine begründbare Prognose fast unmöglich machen. Wir verhehlen nicht, dass wir auf Grund wenig ermutigender Erfahrungen der Vergangenheit mehr von Skepsis als von Optimismus erfüllt sind, dass das neue Wohnungspolitische Konzept in den kommenden Jahren die beabsichtigte Wirkung entfalten wird.
Die entscheidende Frage für uns ist:
Wird das neue Konzept die Wohnungspolitik in der Stadt verändern? Wird es Wohnen sozialer und bezahlbarer machen?
Eine Reihe von Maßnahmen, die wir schon länger forderten und für die wir im Begleitkreis wiederholt geworben haben, sind in das Konzept eingeflossen. Dazu gehören zum Beispiel die Aufforderung, die Milieuschutzgebiete auszuweiten, ein Flächenaufkaufprogramm zu initiieren, den Anteil gemeinwohlorientierter Akteuren am Potsdamer Wohnungsbestand auszubauen.
Ganz wichtig ist aus unserer Sicht, dass zum ersten Mal Kosten für konkrete Personalstellen ausgewiesen sind, welche bei der Koordinierung und Umsetzung anfallen, so dass in Zukunft auch klarer wird, wer an verantwortlicher Stelle in der Verwaltung für die Umsetzung des Konzepts arbeiten wird.
Nicht gelungen ist es uns trotz mehrfacher Versuche, eine Empfehlung zu finanziellen Ausstattung des Flächenaufkaufsprogramms in das Konzept aufzunehmen. Zu groß war der Widerstand in der politischen Führung der Verwaltung und den Stadtverordnetenfraktionen.
Besonders gravierend ist aus unserer Sicht eine Leerstelle im Konzept: Der Umgang mit Geschäftsmodellen, die den Zielen des Wohnungspolitischen Konzepts widersprechen. Wenn sich Wohnungskonzerne wie Vonovia oder andere profigetriebene Investoren weiter in der Stadt ausbreiten, wird es schwer werden, leistbare Mieten für breite Bevölkerungsschichten durchzusetzen.
Es wird deshalb für Stadtverordnete, Verwaltung und zivilgesellschaftliche Initiativen eine notwendige Aufgabe sein, eine Strategie zu entwickeln, wie der Einfluss privatwirtschaftlicher Großvermieter und Investoren begrenzt werden kann und im Gegenzug der Anteil gemeinwohlorientierter Akteure (ProPotsdam, Genossenschaften, Mietshäusersyndikat u.a.) am Potsdamer Wohnungsmarkt kurzfristig wieder auf 40% gesteigert werden kann.
Wenn sich die Stadt dieser Aufgabe nicht stellt, wird dem neuen Wohnungspolitischen Konzept kein Erfolg beschieden sein.
Mal still und heimlich, mal von der Stadtpolitik öffentlich gefeiert hat sich der umstrittene Immobilienkonzern Vonovia zum größten privaten Vermieter in Potsdam entwickelt. Über die verschiedenen Projekte und Geschäftsfelder, auch ihre Bestände in der Landeshauptstadt Potsdam haben wir hier schon oft berichtet. Immer wieder gab und gibt es Beschwerden von Mieterinnen – wie zuletzt, als die MAZ darüber berichtete, dass Mietinteressentinnen in Zentrum Ost notwendige Grundsanierungen bei Einzug selbst leisten und zahlen sollten. Deswegen hatte Isabell Vandre` von der Fraktion der Linken vor einiger Zeit die Verwaltung der Stadt Potsdam nach eben diesen Beständen von Vonovia und ihren Tochterfirmen gefragt. Die völlig nichtssagende Antwort der Stadt zeigt noch einmal überdeutlich, wo ein entscheidendes Problem im politischen Umgang mit Immobilienkonzernen und – Investoren liegt. Stadtpolitik und – Verwaltung tun im Grunde alles, um eine gute Zusammenarbeit zu garantieren und möglichst alle Kritik und kritische Öffentlichkeit zu verhindern. Die fehlenden Daten werden dabei lapidar mit „schutzwürdigen Belangen Dritter gem. § 29 Absatz 1 Satz 4 BbgKVerf“ begründet. Dabei legt genau dieser Paragraf des Kommunalverfassungsgesetzes auch fest, dass diese Belange begründet werden müssen. Im Antwortschreiben der Stadt gibt es aber keine Begründung. Die scheint uns gerade in diesem Fall mehr als fragwürdig. Wieso sollten die Bestände eines Wohnungskonzerns ein Geschäftsgeheimnis sein? Vor allem, weil viele Wohnungen mit Adressen immer wieder öffentlich zur Vermietung annonciert werden?
Also haben wir mal wieder diese Arbeit für die Verwaltung geleistet und wollen in einem Überblick alle vorliegenden Informationen zu Vonovia in Potsdam zusammenführen. Damit geben wir Mieter*innen die Möglichkeit zu erfahren, welche Häuser in der Stadt zum Konzern gehören, wo es welche Mieten und Probleme gibt. Wir wollen damit aber auch eine politische Debatte anstoßen. Warum hat der größte deutsche Immobilienkonzern aufgerechnet Potsdam für seine Expansion ausgewählt – während er sich anderswo zurück zieht und verkauft – wie in Berlin oder zumindest nicht mehr baut? Und: Was bedeutet das für die Wohnungspolitik in Potsdam, wenn ein Konzern soviel Macht und Einfluss hat?
Zuerst aber ein paar grundsätzliche Informationen zu Vonovia und Co. Der Konzern hat seinen Ursprung in der Privatisierung eigentlich gemeinnütziger Wohnungsbaugesellschaften (GAGFAH und Eisenbahnergesellschaften) Ende der 80 ´ Jahre. In Potsdam erinnert an diese Entwicklung der heutige große Wohnungsbestand in Eiche. Dort haben sie 2007 die Wohnanlage „Altes Rad“ von eben der GAGFAH übernommen, die es wiederum von Semmelhaack gekauft hatten. Auch die BUWOG war bis 2001 eine gemeinnützige Bauvereinigung in Österreich, ehe sie privatisiert und Teil des Vonovia – Konzerns wurde.
Diese Privatisierungen sind bis heute Gegenstand intensiver wohnungspolitischer Debatten. Das liegt vor allem daran, dass das Aktienunternehmen Vonovia natürlich in erster Linie den Interessen seiner Aktionäre verpflichtet ist und jedes Jahr Milliarden an Dividenden an diese auszahlt. Ursprung dieser Gewinne sind bei einem Immobilienunternehmen selbstverständlich die Mieten der Bewohner*innen. Von Anfang an waren internationale Investmentgesellschaften, Banken, Fonds und Vermögensverwalter an dem Unternehmen beteiligt. Die Deutsche Annington und der Investor Fortress stehen bis heute für ein Geschäftsmodell, was vor allem möglichst hohe Gewinne aus Mieten erzielen sollte. Heute sind an Vonovia unter anderem der größte Vermögensverwalter Blackrock, die Norges Bank, aber auch „Kleinaktionäre“ wie die Investmentgesellschaft Amundi Asset Management SA beteiligt. Für 2023 zahlte das Unternehmen eine Dividende von 0,90 € pro Aktie aus –Milliardengewinne trotz ausgewiesener Verluste in Milliardenhöhe.
Wichtig für die Betrachtung in Potsdam ist, dass Vonovia hinter einer Vielzahl anderer Immobilienunternehmen steht – als Tochtergesellschaften, Beteiligungsgesellschaften oder Konzerngesellschaften. So ist die Convert und Kelber Bestands GmbH – von denen Vonovia die großen Bestände im Kirchsteigfeld übernahm genauso noch eine Konzerngesellschaft, wie die Eigengesellschaft BUWOG Bau und Wohnen GmbH, die inzwischen für den Wohnungsbau in Krampnitz zuständig ist. Und das Unternehmen Quaterback hat die Deutsche Wohnen eingebracht. Quaterback gehört zu 40 % Vonovia und ist in Potsdam inzwischen das Unternehmen, was die meisten Neubauprojekte im hochpreisigen Segment verantwortet – wie am Horstweg und in Zentrum Ost, wo mal das Nuthewäldchen stand.
Kritik an den Geschäftsmodellen von Vonovia gibt es schon lange und eigentlich bundesweit. Selbst der Münchner Merkur konstatiert am 17.03.2022: „Vonovia ist Deutschlands unbeliebtester Vermieter.“ Das Handelsblatt fasst die Kritikpunkte so zusammen: „Vonovia steht in der Kritik: wegen schlechtem Kundenservice, teuren Modernisierungen und falschen Nebenkosten.“ Inzwischen gibt es einen Zusammenschluss von Mieterinnen*initiativen, die ihr Anliegen so darstellen: „Das MieterInnenbündnis VoNO!via & Co. ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Mieter-Interessenvertretungen bei besonders gewinnorientierten, finanzindustriellen Großkonzernen. Zurzeit machen Mietervereine und Mieterinitiativen bei uns mit, die in den Wohnungsbeständen der Vonovia SE, der LEG Immobilien SE, der „Velero“ und der „Silver Wohnen“ aktiv sind. Gemeinsam ist diesen Wohnungskonzernen, dass sie ihren MieterInnen immer höhere Mieten und Betriebskosten abverlangen, um damit ihre Kapitalanleger und Kreditgeber zu bezahlen. Zugleich sparen sie an Instandhaltung und Service. Statt die Reparatur und Erneuerung der Wohnungen aus ihren hohen Mieteinnahmen zu finanzieren, führen sie „Modernsierungen“ durch und verlangen dann noch mehr Miete. Dabei sind sie in den Wohnvierteln kaum anwesend. Statt mit persönlich verantwortlichen Vermietern haben wir es mit verschachtelten Briefkastenfirmen zu tun. Statt mit kompetenten lokalen Verwaltungen sprechen zu können, hängen die MieterInnen in den Warteschleifen der „Callcenter“ fest oder sollen über „Mieter-Apps“ mit Automaten kommunizieren. Ein ständiger Konfliktpunkt sind die undurchsichtigen Betriebs- und Modernisierungskostenabrechnungen. Oft beruhen sie auf „Rechnungen“, die sich die Konzerne von ihren eigenen Tochterunternehmen schreiben lassen.“https://novonovia.mieterinnenrat.de/
Viele dieser Kritiken finden sich auch in Potsdam. Vor allem im Kirchsteigfeld haben sich Mieter*innen immer wieder über fehlerhafte und viel zu hohe Betriebskostenabrechnungen beschwert. In unseren Recherchen haben wir ganz oft Neben – und Betriebskosten von weit über 4 €/ m² gefunden. Lange stillgelegte Aufzüge in Hochhäusern und schlechter Service sind andere Beschwerden – zum Beispiel aus den Hochhäusern in Zentrum Ost. Und gleichzeitig bauen die Gesellschaften der Vonovia in Potsdam fleißig. Anders, als im letzten Jahr öffentlich verkündet wird in Potsdam tatsächlich weiter gebaut. Da ist vom verkündeten Baustopp wenig zu spüren. So hat Quaterback gerade mit der Vermietung seiner Wohnungen am Horstweg begonnen – dort werden dann aber auch Kaltmieten von 18 – 20 €/ m² aufgerufen. In Krampnitz ist inzwischen die BUWOG zuständig und auch da sind die irgendwann mündlich versprochenen Mieten von 8,50 €/ m² natürlich längst Geschichte. Das die Stadtpolitik den Immobilienkonzern Vonovia trotzdem hofiert könnte eine Erklärung dafür sein, warum Potsdam eine bundesweite Ausnahme beim Baustopp ist.
Nun wollen wir aber den Bestand Vonovia in Potsdam darstellen. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass wir natürlich auch die ehemaligen Bestände der Deutschen Wohnen und Projekte von BUWOG und Quaterback einbezogen haben. Die Liste ist sicher nicht vollständig. Wir können auch keine Gewähr für die Richtigkeit aller Angaben übernehmen. Aber vor allem mit Unterstützung Leipziger Aktistinn*en konnten wir Hunderte teilweise interne und inzwischen nicht mehr öffentliche Annoncen von Wohnungen in Potsdam auswerten. Und wir haben Mieterinnen vor Ort befragt und natürlich öffentlich zugängliche Quellen ausgewertet. Interessant ist, wie viele Wohnungen von der Vonovia immer wieder zur Vermietung annonciert werden. Vor allem im Kirchsteigfeld gibt es offensichtlich eine hohe Fluktuation. In einer Stadt, wo wegen des extrem geringen Leerstands und der hohen Mieten kaum jemand umziehen will ist dies ein untrügerisches Zeichen für die Kritik und Probleme, die viele Mieter*innen ganz offensichtlich mit ihrem Vermieter haben. Nach unseren Recherchen hält Vonovia aktuell und gemeinsam mit Tochter – und Beteiligungsgesellschaften in Potsdam knapp 4.000 Wohnungen. Weitere 2.300 Wohnungen sind geplant und/ oder werden gerade gebaut. Damit müsste der Wohnungskonzern der größte private Vermieter in der Stadt sein. Vonovia selbst spricht übrigens auf seiner Webseite von 1.900 Wohnungen in Potsdam und Umgebung.
Das sind die aktuellen Bestände, die wir kennen:
Kirchsteigfeld: Rund 1.600 Wohnungen, übernommen von der Convert GmbH, dies sind rund 60 % aller Wohnungen in diesem Stadtteil. Dazu gehören u.a.: Dorothea-Schneider-Straße 14, Johanna-Just-Straße 2d, Kamblystraße 2, Karoline -Schulze- Straße 3, Maxi – Wander – Straße 8, Mildred – Harnack – Straße 5, Ricarda – Huch – Straße 6,31, 35, Bellavitestraße 5, Anni – von – Gottberg – Straße 8, Am Hirtengraben, Maimi – von Mirbach – Straße 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12. In den uns vorliegenden Expose´s werden sehr oft Wohnungen im Kirchsteigfeld angeboten, meist liegen die Mieten um/ meist über 10 €/ m² kalt und 14 €/ m² warm. Auffallend sind die Mietsteigerungen bei Neuvermietungen. In der Lise – Meitner – Straße 32 wird eine Wohnung im März 2024 für 12,86 €/ m² kalt angeboten – also gut 30 % über den sonstigen und vorjährigen Mieten.
Schlaatz und Waldstadt: 623 Wohnungen, übernommen von der AWOBAG AG Dazu gehören unter anderem: E. Weinertstraße 11, 13, 18, J.R. Becherstr. 60, 57, 61, 70 Caputher Heuweg 3-9, Erlenhof 35, Otterkiez 10, 14, am Schlangenfern 59, Bisamkiez 37, 29, 35, Falkenhorst 9 Hier liegen die Mieten laut Expose`s zwischen über 8 €/ m² kalt und über 12 €/ m² warm, kleine Einzimmer – Wohnungen in der E. Weinertstraße sind inzwischen bei über 10 €/ m² kalt angekommen. Selbst eine Einzimmerwohnung im Otterkiez 10 wird aktuell für über 8 € kalt angeboten, unsanierte Wohnungen im Bisamkiez sind für knapp 8 €/ m² kalt zu haben.
Eiche: Zwischen 400 – und 500 Wohnungen in der in den 90 ´ ern gebauten Wohnsiedlung „Altes Rad“, fast komplett von der GAGFAH übernommen, die sie wiederum von Semmelhaack gekauft hatte. Dazu gehören fast alle Häuser am Eichenring – unter anderem 1, 10, 12+13, 18+20, 43, 51, aber auch Weißdornweg 18 und 20, Mehlbeerenweg, Roßkastanienweg. Hier liegen die aktuellen Mieten bei knapp 10 €/ m² kalt und über 15 €/ m² warm.
Eisenbahnerwohnanlage in Babelsberg: 12 Reihenhäuser, 90 Bestandswohnungen, 103 Wohnungen in Neubaubauten: Unter anderem: Dieselstraße 53, 61, Kleiststraße, Walter-Klausch-Straße 17, 15, 11 Die Mieten liegen sich zwischen 13 und 14 €/ m² kalt und knapp 18 € warm.
Waldstadt: Hier hat Vonovia die Hochhäuser Kiefernring 4, Kiefernring 6 mit je 84 Wohnungen vor Jahren übernommen. Die Angebotsmieten schwanken stark zwischen 6,50 €/ m² kalt und knapp 10 €/ m² für Einraumwohnungen.
Zentrum Ost: Ebenso die baugleichen Hochhäuser am Humboldtring 13, Humboldtring 21 mit wieder je 84 Wohnungen. Hier werden die oben genannten Wohnungen zum „Selbstgestalten“ – also ohne Fußboden, Tapete und Farben für aktuell 7 – 8 €/ m² kalt angeboten. Aber auch der Riegel am – u.a. Humboldtring 16 und weitere gehört inzwischen Vonovia (wären rund 120 Wohnungen) Hier betragen die Mieten im Angebot knapp 8 € kalt.
Stern/ Drewitz: Insgsamt 164 Wohnungen in der Steinstraße und Großbeerenstraße u.a. 156 – 158, 160 – 162, gekauft von Kirsch & Drechsler durch die Deutsche Wohnen. Die Angebotsmieten hier werden gerade mit rund 14 €/ m² kalt annonciert.
Horstweg in Babelsberg: Dort hat Quaterback erst kürzlich 138 Wohnungen zur Vermietung freigegeben. Unter anderem in der Lotte – Lasersteinstraße 6, 16, Horstweg 8 a, b, c werden Mieten von um die 18 – 20 €/ m² kalt und rund 22 €/ m² warm aufgerufen.
Einzelne Häuser in Stadtteilen: Kantstraße 11 (mehrere Aufgänge) mit rund 9 €/ m² kalt Zeppelinstraße 61(West) mit rund 11 €/ m² kalt) Forststraße 73 (West) mit rund 15 €/ m² warm) Grotrianstraße 6 (Drewitz/ Stern) Lilienthalstraße 36 – 44
Brunnenviertel in Waldstadt: In dem Bauprojekt von Kretzschmar und seiner KW Development verwaltet die BUWOG Immobilien Treuhand GmbH mindestens einzelne Wohnungen und Häuser. Hier werden aktuell Mieten von über 13 €/ m² kalt gefordert.
Aktuelle Bauprojekte:
Quaterback Neufahrland: knapp 200 Wohnungen geplant Quaterback Humboldtring/ Nuthewäldchen: 200 Wohnungen geplant BUWOG Krampnitz: 1.800 Wohnungen geplant In Bornstedt hat die BUWOG Immobilien Treuhand GmbH ihre Bestände 2023 wohl verkauft
Ein erstes Fazit.
Der größte deutsche Wohnungskonzern ist trotz Baukrise, Milliardenverlusten und negativen Schlagzeilen in Potsdam weiter auf Expansionskurs. Inzwischen ist er wohl der größte private Vermieter in der Stadt. Offensichtlich ist das geschäftliche Umfeld in Potsdam besonders gut. Kein Wunder: Eine devote Stadtverwaltung und eine kritiklose Politik bereiten der Vonovia seit Jahren einen „Roten Teppich“ aus. Es wird Zeit, ihn einzurollen. Fangen wir damit an.
Nach der wilden und – wie inzwischen klar wurde – unrechtmäßigen und unsinnigen Abholzungsaktion der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten rund um das besetzte Haus la Datscha am Park Babelsberg haben die Freunde und Freundinnen des Projektes das Frühlingsfest genutzt, um rund um das Haus und auf der Wiese an der Schnellstraße wieder aufzuforsten.
Hunderte Menschen, darunter viele Familien mit Kindern kamen zum Frühlingsfest von la Datscha und Concordia. Viele von ihnen zusätzlich wütend und motiviert vom Aus für das Projektes „Tiny forest“ des Vereins Woods Up in unmittelbarer Nähe der Wiesen um die Datscha. Diese Woche wurde bekannt, dass das Denkmalamt der Stadt die Pflege der 1.000 im letzten Jahr gepflanzten Bäume untersagt hatte – weil Sichtachsen in den Park gefährdet seien. Das Ganze wahrscheinlich nach einer Intervention der Stiftung.
Was wie ein vorsätzlicher Beitrag für extra3 anmutet hat allerdings einen ernsten Hintergrund. Der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten und der Stadt Potsdam ist das besetzte Haus an der Havel ein Stachel im Fleisch ihrer Ideen einer preußischen Barockisierung der Stadt.
Nun haben viele Menschen gezeigt: Das lassen wir nicht zu, Hände weg von der la Dascha und natürlich werden wir alles dafür tun, Bäume und viele andere Pflanzen und Tiere an und im Park Babelsberg zu schützen – egal, ob dies bei den preußischen Fürsten auch schon so war.
Wir dokumentieren: Presseerklärung der Freunde der la Datscha:
Wiederbepflanzungsaktion an der La Datscha während des Frühlingsfest am 20. April 2024 Pressemitteilung
Das alljährliche Frühlingsfest des seit 2008 besetzten Kulturzentrums La Datscha wurde dieses Jahr im Vorfeld durch einen Kahlschlag rund um den Volleyballplatz und dessen Zerstörung im Januar 2024 durch die Stiftung Preußische Schlösser & Gärten (SPSG) getrübt. In den Jahren davor spielte sich ein großer Teil des Festes auf der vormals grünen Oase ab! In den fast 16 Jahren seit der Besetzung der Datscha hatte die SPSG nichts gegen den ebenfalls besetzten Volleyballplatz unternommen! „Über die Motivation der Stiftung können wir nur mutmaßen“, sagte eine Sprecherin des Projektes, „mit Landschafts- oder Umweltschutz, bzw. Bürger*innennähe hatte die Aktion nichts zu tun, denn der Platz und das Umfeld haben komplett an Aufenthaltsqualität verloren, und ein Biotop ist zerstört worden!“ Eine gefällte vorher stattliche Weide, treibt zwar aus, wird aber Jahre brauchen, um wieder ähnlich markant den Ort zu prägen. Die SPSG hat offensichtlich mehrfach gelogen, um die Fällung der Weide im Nachhinein zu rechtfertigen. Ein Argument ist, daß das Gelände zum Park gehöre und es sich um turnusmäßige Pflegemaßnahmen gehandelt hätte. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Brachfläche, die seit der Besetzung der La Datscha vom Projekt gepflegt und von Müll beräumt worden ist, und auf der mit erheblichem finanziellen Aufwand und in Eigenregie ein gut frequentierter Volleyballplatz geschaffen wurde. Die Vermutung liegt nahe, dass die SPSG ihre Möglichkeit nutzte, um das Projekt La Datscha anzugreifen, die Ankündigung im Januar auch das Gelände betreten zu wollen, spricht dafür! Die Datscha und ihr Umfeld hat sich dazu entschieden, dem Zerstörungsdruck nicht nachzugeben und das Frühlingsfest dafür zu nutzen, um das Gelände wiederzubegrünen, den Volleyballplatz erneut herzustellen und dem Ort wieder einen parkähnlichen Charakter zu geben. Es ist zu befürchten, dass die SPSG wiederholt dieses Engagement der Datscha und Babelsberger Bürger*innen vernichten wird. Die Sprecherin sagt dazu: „Wir werden diesen Ort verteidigen und auch den Rest des Nowawiese genannten Grünstreifen zwischen Schnellstraße und Babelberger Park! Es werden Flächen für Bürgerengagement, Fußball oder Gartenprojekte gebraucht. Wenn die SPSG sich weiter daran abarbeitet, uns zu schikanieren und damit auch noch ökologischen Schaden anrichtet, werden wir dies nicht zulassen und dagegen kämpfen.“ Die SPSG hat in den 30 Jahren ihres Bestehens gezeigt, daß sie an Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung kein Interesse hat. Um Engagement an dieser Stelle zu schützen, muß die Stadt Potsdam die Flächen wieder in ihren Besitz übernehmen. Längerfristig sollte die SPSG sich auf ihre Kernaufgaben, den Erhalt der Parkanlagen als Zeitzeugnis und Freizeit- und Naturflächen für Potsdamer*innen konzentrieren, statt ein erzkonservatives Preußenbild zu pflegen und sich in die Stadtpolitik einzumischen! Die vielen sterbenden Bäume in Potsdamer Parkanlagen sprechen dafür, daß die SPSG mit den Problemen, die durch den Klimawandel entstehen, reichlich überfordert ist. Daher ist es wohl kaum angebracht, gesunde Bäume zu zerstören und ein aus politischen Gründen nicht genehmes Kulturzentrum anzugreifen!
Das Landgericht Potsdam hat seine Entscheidung heute – am 12. April 2024 noch einmal verschoben verschoben! Begründet wird dies mit der Eröffnung eines neuen Verfahrens. Damit sollen Kläger (ProPotsdam) und Beklagter (Mieter im Staudenhof) erneut die Möglichkeit erhalten, ihre Argumente vorzutragen. Falls dies in einer mündlichen Verhandlung geschehen soll ist dies auf den 13.06.2024, 11 Uhr terminiert. Heute wurde nur auf einen der vielen Punkte eingegangen, der allerdings die Skurrilität des ganzen Verfahrens zeigt. Ein Knackpunkt war bisher, dass eine Kündigung schon ausgesprochen wurde, ob wohl erst in vielen Jahren Baubeginn sein soll. Jetzt argumentiert die ProPotsdam, dies sei ja richtig gewesen, weil eben die Verfahren so lange dauern. Das Landgericht hat zumindest angedeutet, dass sie dieser Argumentation folgen könnte. Heißt: Das lange und immer wieder hinausgezögerte Verfahren wird selbst Argument für die Richtigkeit der Kündigungen. Alle weiteren Streitpunkte (Kosten, Verwertungsgründe etc) sind weiter offen.
Weil wir damit auch weiter ein schwebendes Verfahren haben, muss die ProPotsdam den laufenden Abriss sofort stoppen! Es kann nicht sein, dass einfach weiter abgerissen wird, ob wohl weder klar ist, wie dieses Verfahren ausgeht, noch wann mit welchen Mitteln überhaupt neu gebaut werden kann. Das fordern wir auch und werden uns dazu mit dem Anwalt noch einmal über die Möglichkeiten einer einstweiligen Verfügung zu einem Bau – und Abrissstopp beraten. Auch für den Fall zeigt unser Rechtssystem wieder, auf welcher Seite es steht. Denn die ProPotsdam hat für den Fall ein zivilrechtliche Schadenersatzklage angedroht. Dies würde für verbliebenen Mieter ein nicht ein schätzbares und aufzubringendes finanzielles Risiko bedeuten. Heißt: Das kann man sich nur leisten, wenn man viel Geld hat.
Aber: Wir bleiben dran! Selbst mitten am Tag waren wir heute rund 25 Menschen bei der Kundgebung vor dem Landgericht.
Wir dokumentieren: Aufruf zur Kundgebung vor dem Landgericht Potsdam
Trotz massivem Drucks seitens der Stadt und der Justiz ist der letzte Mieter des Staudenhofs standhaft geblieben und kämpft um sein Recht bis zum Schluss! Mit dem zu erwartenden Urteil am Montag rückt eine Niederlage für die ProPotsdam und ein Abrisstop für den Gebäudekomplex in greifbare Nähe. Wir wollen uns durch diese Kundgebung mit dem Mieter solidarisieren und gleichzeitig den Druck auf die Stadt aufrechterhalten. Denn für den Staudenhof ist es noch nicht zu spät! Bisher haben fast nur Entkernungsarbeiten stattgefunden, die auch bei einer Sanierung gemacht werden müssen.
Stoppen wir den den ökologisch und sozial fatalen Stadtumbau der Preußenfanatiker – retten wir den Staudenhof!
Freitag, den 12. April 2024, 13 Uhr Uhr Landgericht Potsdam, Jägerallee
Am Ostermontag haben mehr als 300 Menschen gegen die erste Eröffnungsfeier der Garnisonkirche in Potsdam protestiert. Mit Livemusik, Redebeiträgen und Gegenreden, kreativen Aktionen und einem Geschichtswalk mit über 100 Ereignissen der militaristischen, rechtsextremen und nationalistischen Geschichte dieses Kirche haben sie ein eindrucksvolles Signal gesendet: In Potsdam ist der Widerstand gegen dieses geschichtsvergessene Bauwerk weiter lebendig.
Höhepunkt war der Bau eines mehrere Meter hohen Turmes aus Pappkisten, den rund 100 wütende Menschen aufbauten und wieder zerstörten – und dass ganz ohne Fördermittel oder Spenden von Rechtsradikalen.
Wir dokumentieren zwei der wichtigen und richtigen Redebeiträge auf der Kundgebung:
Liebe Antifaschist*innen, vielen Dank, dass ihr hier seid. Auf den Anlass, weshalb wir alle hier sind, hättet ihr sicherlich genauso verzichten können wie ich. Es ist trotzdem schön, euch zu sehen. Wie so viele andere hier habe ich schon viel Lebenszeit damit zugebracht, die richtigen Worte für dieses Thema zu finden. Wir haben uns den Mund fusselig geredet und die Finger wund getippt. Wir haben versucht, die Argumente gegen den Wiederaufbau mindestens so oft zu wiederholen wie die Stiftung ihre Lügen. Da mitzuhalten ist übrigens schwer, denn die machen das alles hauptamtlich in ihrer Arbeitszeit. Was gibt es überhaupt noch zu sagen, nach all den Jahren? Jetzt, wo der Turm weitestgehend steht? Ich will heute nicht nochmal für euch die Argumente wiederkäuen. Ihr kennt sie alle. Ich will lieber mit euch darüber reden, warum es so wichtig ist, dass wir heute hier sind – und zwar nicht obwohl der Turm steht, sondern gerade weil er steht. Das Team vom Lernort Garnisonkirche hat es treffend beschrieben: Dieser 1. April 2024 ist ein schwarzer Tag. Ein schwarzer Tag für alle Antifaschist*innen. Es ist auch ein schwarzer Tag für Potsdam. Über 30 Jahre lang haben viele engagierte Menschen alles gegeben, um diesen Tag zu verhindern. Viele von ihnen sind heute hier. Sie haben sich dagegen gewehrt, dass dieses Symbol der preußischen Militärmonarchie auf Kosten der Allgemeinheit undgegen ihren Willen wieder in das Stadtbild gesetzt wird. Sie haben Veranstaltungen und Aktionen organisiert, sie haben Unterschriften gesammelt (unglaubliche 14.000 in nur 3 Monaten), sie haben recherchiert und geschrieben, sie haben Pressearbeit gemacht und eine Gegenöffentlichkeit geschaffen. All das und vieles mehr. Sie sind der Stiftung Garnisonkirche und ihrem gesamten reaktionären Dunstkreis richtig auf den Geist gegangen.
WIR sind der Stiftung Garnisonkirche richtig auf den Geist gegangen. Und ich freue mich wirklich sehr, dass ihr so zahlreich erschienen seid, um genau das weiterhin zu tun!
Für den Fall, dass die eine oder andere hier sich nicht so sicher ist, ob unser Protest die Stiftung überhaupt interessiert: Ich versichere euch, dass unsere Anwesenheit hier und jetzt ein gigantisches Ärgernis für die da drüben ist. Die sind so tödlich beleidigt, das könnt ihr euch überhaupt nicht vorstellen. Die sind so beleidigt, dass sie sich in der Lokalpresse über uns empören mussten, so beleidigt, dass sie extra ihren Bauzaun versetzt haben, damit wir weniger Platz haben. Kein Witz, für solche Kindergartenmethoden sind die sich echt nicht zu schade! Die Nummer mit dem Bauzaun erinnert mich an eine schöne Anekdote von einer anderen Aktion. Ach so viel Zeit haben wir oder? Wollt ihr sie hören? Okay passt auf: Vor ein paar Jahren fand in der Nagelkreuzkapelle eine Veranstaltung zum 50. Jahrestag der Sprengung der Turmruine statt. Im Gegensatz zum sonstigen Programm dort wurden diesmal viele Gäste erwartet, um gemeinsam ihren Hass auf den Kommunismus zu zelebrieren, sich über die Zerstörung der schönsten Kirchenruine des Universums zu empören und so weiter und so fort. Jedenfalls haben sich ein paar Leute von der BI vor Ort verabredet, um den ankommenden Gästen einen Handzettel mit einer Pressemitteilung anzubieten und ins Gespräch zu kommen. Ganz harmlos, keine Blockade, kein Tumult, keine Pyro oder sonst irgendwas. Wir kommen also dahin und der Straßenbereich vor der Nagelkreuzkapelle ist großzügig mit Flatterband abgesperrt. Wir stellen uns trotzdem hin und verteilen unsere Flyer und kommen tatsächlich mit ein paar Leuten ins Gespräch. Kurz darauf kommt die Polizei, im Auftrag der Stiftung natürlich. Es stellt sich heraus, dass die Stiftung für den ganzen Nachmittag eine öffentliche Veranstaltung vor der Nagelkreuzkapelle angemeldet hat, aber ohne dass dort irgendetwas stattfand. Der Verwaltungsvorstand Peter Leinemann hat dann tatsächlich versucht, eine Art „Hausrecht“ durchzusetzen – im öffentlichen Raum! – einzig und allein um sich unliebsamen Protest vom Leib zu halten. Da wir unsere Rechte kennen und die Polizei diesen Vorgang ebenso als absurd anerkennen musste, hat die geniale Taktik leider nicht funktioniert und wir durften weiter unsere Flyer verteilen.
Das ist nur eine Situation von vielen, die das wahre Gesicht der Stiftung Garnisonkirche offenbart. Ich bin ja sehr oft mit diversen Fragen und Interpretationen zu den eigentlichen Absichten der Stiftung und ihrer Gefolgschaft konfrontiert. Manche Leute denken immer noch, dass die wirklich glauben, was sie erzählen. Versöhnung und so weiter. Ich kann euch nur meine persönliche Meinung dazu sagen, nachdem ich mich nun sieben Jahre intensiv mit dieser Organisation und ihren Machenschaften beschäftigt habe. Und ich sage euch, die kognitive Dissonanz wäre zu groß. Die wissen genau, was sie tun. Der Umgang mit den Kritiker*innen entlarvt sie jedes Mal. Die können sich noch so oft hinstellen und uns ihren ganzen Quatsch von Versöhnung und Verantwortung erzählen. Aber am Ende bleibt nur übrig, dass getroffene Hunde bellen. Von Anfang an ging es nur um den Turm. Sie wollten den Turm und haben sich dann überlegt, wie sie ihn kriegen. Was auch immer das absolute Minimum eines inhaltlichen Konzepts zu jeder gegebenen Zeit gerade sein musste, um Gelder einzuwerben, haben sie sich aus den Rippen geleiert. Dementsprechend drittklassig ist auch die sogenannte Bildungsarbeit der Stiftung. Und was mit „Versöhnung“ gemeint ist, können sie bis heute nicht mal schlüssig erklären – denn dass es in Wirklichkeit um die Versöhnung mit der deutschen Tätergeschichte geht, können sie ja nicht so ganz offen zugeben. Der einzige andere Akt der „Versöhnung“, den ich erkennen kann, ist der Versuch einer Art Zwangsversöhnung der Kritiker*innen mit dem Turm durch den Verweis auf dessen schiere Existenz. Bis heute lautet die zentrale Strategie der Stiftung: Fakten schaffen um jeden Preis. Da war Kreativität gefragt, denn von Anfang an gingen viel zu wenige Spenden ein. Es war fast so, als ob niemand diesen Turm haben wollte! An dieser Stelle hätte die Geschichte enden können, wenn irgendjemand bei der Stiftung, in der evangelischen Kirche oder in der Politik auch nur einen Funken moralisches Rückgrat gehabt hätte. Wie wir heute sehen können, war dies nicht der Fall. Leider ist die Zeit hier zu knapp, um nochmal die atemberaubende Salamitaktik im Detail zu beschreiben, die uns zu diesem schwarzen Tag gebracht hat. Ihr könnt es selber nachlesen in der Veröffentlichung „Millionengrab Garnisonkirche Potsdam“ vom Lernort Garnisonkirche. Oder sprecht mich nachher an und ich erzähle es euch. Die Kurzfassung ist, dass die Stiftung mit absoluten Fantasiezahlen Kirchenkredite erwarb, mit Hilfe derer sie wiederum Fördermittel erwarb. Selbst der Bundesrechnungshof hat nach gründlicher Prüfung unsere Feststellung bestätigt, dass die Förderung des Wiederaufbaus durch Bundesmittel unzulässig war.
Doch mit der kirchlichen Stiftung war ein nahezu unangreifbares Konstrukt gebaut worden, das sich jeglicher öffentlichen Kontrolle entziehen konnte und politische Unterstützung an den richtigen Stellen genoss. Daher brauchte es nie ein schlüssiges Konzept, einen belastbaren Finanzierungsplan oder moralische Glaubwürdigkeit. Es brauchte nur den Baustart. Der Rest würde sich schon finden, denn die Blöße einer Bauruine mitten in einer Landeshauptstadt will sich ja niemand geben. DieseRechnung ist, zumindest teilweise, aufgegangen.
Aber die Rechnung mit uns, die wird nicht aufgehen. Wir lassen uns nicht zwangsversöhnen. Wir werden der Stiftung weiterhin auf den Geist gehen. Wir werden sie weiterhin dazu herausfordern, auf uns zu reagieren, und damit ihre Widersprüchlichkeit offenlegen. Wir werden jede Gelegenheit nutzen, um dieses undemokratische Vorgehen und dieses falsche Symbol zu kritisieren. Deshalb sind wir heute hier. Schon in wenigen Jahren werden sich Menschen fragen, wie es möglich war, ein solches Bauwerk durchzusetzen. Unsere Statements und Aktionen werden dann Zeitzeugnisse sein. Ob man die Turmhaube abnimmt (wenn sie überhaupt kommt), den Turm verpackt oder die Fassade begrünt, ist offen. Aber so wie dieses Kirchenimitat in die Stadt gebaut wird, kann und wird es nicht bleiben. Dafür kämpfen wir weiter.
Danke, dass ihr hier seid. Danke, dass ihr heute Solidarität mit denjenigen zeigt, die seit vielen Jahren gegen diese Windmühlen kämpfen, und Wertschätzung für das, was sie alles erreicht haben. Danke!
Redebeitrag von S./ Verfluchung der Militärkirche
Ich werde im Folgenden die Kapelle der Garnisonkirche verfluchen und den Turm.Ich glaub an den scheiß nicht wirklich, aber schaden kann es ja wohl nicht, jetzt wo der Turm schon naja gebaut ist und die Kapelle heute eingeweiht wird.
Dieser Akt ist künstlerisch-performativ und dadurch wirkungsvoll. Ich begebe mich jetzt in die Rolle einer Magierin, die es ernst meint.
Ab jetzt.
Ich beschwöre die Kraft, aller die die Absurdität des Wideraufbaus erkannten und jahrelang gegen diese arschverdammten Kirche gekämpften.
Ich beschwöre die Kraft des Willens und Begehrens der Stadtbevölkerung, die sich gegen den Wideraufbau richtet und richtete, sich durch diesen Fluch ein letztes Mal und wieder und wieder in die Unendlichkeit hin gegen das steingewordene Symbol der Unterdrückung aufzubäumen.
Ich fordere die Wirksamkeit der Kontinuität des Widerstands gegen jegliche Form der gefährlichen Machtbündelungen auf mir bei diesem Fluch beizustehen und mich von seiner Wirkung auszunehmen und davor zu schützen.
Ich rufe den heimlich fließenden Sand unter dem Pflaster und Beton, ich rufe die Staubkörner im Getriebe, ich rufe den Regen gegen den Stein, ich rufe die Stärke der rauen Hände der schlechtbezahlten Arbeiter:innen aller Baustellen dieser Welt, ich rufe die Schönheit der diversen Kunst und die Geborgenheit der nahen Ateliers, ich rufe die Musik, die den mächtig-sehenden Zyklopen zum Weinen bringt, ich rufe das Lied der Piraten „solln sie uns verdammen doch wir strben nie“, ich rufe die Widerspenstigkeit einer jungen Punkerin in einem Brandenburger Dorf und die Entschlossenheit einer lesbischen Frau aus einer erzkonservativen Familie, ich rufe die Wendigkeit eines Mycels, die unter der Stadt verzweigten Wurzeln eines großen Baumes, und ich rufe die unbehagliche Weisheit aller Krähenvögel und aller Ratten dieser Stadt mir bei diesem Fluch zu helfen.
Bei allen widerständigen, oppositionellen und progressiven Geistern der Gegenwart, aber auch bei allen Opfern der preußischen Kriege, die hier gefeiert worden, bei allen Opfern des Christentums, der Hexenverfolgung, und: bei allen Opfern des unaussprechbaren Schreckens des Faschismus verfluche ich diesen Kirchenneubau, der nichts Gutes der Vergangenheit in sich trägt. Ich verfluche diesen Nachbau eines Raums, in dem bedingungsloser, preußischer Gehorsam gepredigt und vor dem Faschismus auf die Kniee gefallen worden ist. Dieses heuchlerische Feigenblatt der Christlichkeit, eine Kapelle, eine Kirche; die Garnision, Krieg und Schrecken und das schrecklichste der deutschen Geschichte symbolisch im Inneren trägt, soll auf alle Zeiten mit diesem Fluch versehen sein. Die Hülle der Illusion wird zerfallen. Die Mauern werden bröckeln.
Die schleichende Normalisierung von Militarismus und rechtem Gedankengut, die mit der Eröffnung dieser Kapelle einhergeht wird entblößt sein. Der Schulterschluss der Nationalsozialisten und Konventionellen Kräften wird glasklar mit Potsdam und dieser Kirche verbunden bleiben als Warnung und leider auch als Spiegel für die Gegenwart. Die Gefahr durch autoritäres Denken und Unterdrückung und die Handlungsnotwendigkeit gegen Faschismus wird am Beispiel des Wideraufbaus dieser Kirche deutlich bleiben.
Ungeschönt und deutlich werden vor dem geistigen Auge der Besucher:innen der Kapelle die Worte Faschismus Missachtung der Menschenrechte Militarismus Preußens Unterdrückung und Unterwerfung Machtmissbrauch Kriegslegitimierung durch das Christentum
wie von Zauberhand auf dem Blutaltar in roter, verschmierter Schrift auftauchen.
Die Menschen, die nach wirklicher Ruhe oder Frieden suchen wird in diesen Mauern ein Unbehagen, und zwar das Unbehagen der patriarchalen Architektur und das Unbehagen der Deutschen Geschichte befallen, sie werden beginnen widerspenstig zu denken, zu gedenken und einsehen, dass dieser stein-gewordener Schwanz vielleicht einfach der falsche Ort ist, um für Frieden und die Versöhnung zu beten und um Demokratie zu feiern, wo doch zur Errichtung dieses Raums die Demokratie mit Füßen getreten worden ist. Dieser Raum, die Architektur der Macht soll zu Schutt und Asche werden.
Die Gemeinde, wenn es denn eine gibt, wird sich an ihren eigenen Widersprüchen zerfleddern.
Die Geldgeber:innen werden bereuen, ihre Kohle nicht entweder gewinn- oder aber moralisch-weniger bedenklich angelegt zu haben. Die Finanzierung der letzten Baumaßnahmen wird unangenehme Folgen nach sich ziehen, die Instandhaltungskosten ins Unermessliche steigen. Noch mehr Geld, damit er endlich steht und stehen bleibt.
Die Pubertären der Schulklassen, die diesen Begegnungsort besuchen müssen, werden unruhig sein und ähnlich schlechte Versautheiten durch die Kapelle rufen, sie werden kaum zu bändigen sein, bei all den Widersprüchen der Erwachsenen.
Und zerfallen wird die Fassade wie loser Sandstein nach einem Jahrhundertregen, die Mauern werden sich vollsaugen wie ein Hightech-Tampon mit diesem Fluch.
Und der Ungeist der Vergangenheit in ihnen möge zittern vor der Wut derer, die wirklich für Freiheit, Gleichheit und Solidarität kämpfen.
Die Fenster sollen beim kleinsten lustvollen Stöhnen eines etwas notgeilen Touristenpärchens, das sich in die achso heiligen Mauern verirrt haben wird, bersten;
der Hausschwamm wird schon mit der Einweihung heute beginnen sich seine unergründlichen, doch sehr zielstrebigen Wege durch das Gemäuer zu bahnen, der Schimmel wird Fundament und Ausstattungen untergraben, die Kanalisation wird ihre Rinnsale bis zum Altar formen, die Ratten in den Zwischenräume ihre stinkenden, alten Lieder des Dagegen-Seins singen und ihre Rattenparties feiern, denn sie riechen den Tod, der dieser Ort brachte, die Krähen werden um den Turm fliegen in unendlichen Spiralen, wie Dämonen und für immer krächzen „This City has enough cocks“ (und zwar in allen, wirklich allen Sprachen der Welt, nicht nur in fünf).
Ich verfluche die Kappelle und die Garnisonkirche und all das, wofür sie stehen.
Der Fluch wird erst dann aufgehoben sein, wenn halleluja der Turm wieder einstürzt oder ohne rechtliche Konsequenzen zu kostenlosem Wohnraum umgenutzt werden sollte.
Wir dokumentieren: Aktuell läuft eine wichtige Petition für eine öffentliche Nutzung des Parks Babelsberg. Dies ist umso wichtiger, als dass in letzter Zeit die Einschränkungen durch die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten wieder erheblich zugenommen haben. Wir erinnern an die Vertreibung von Schlittschuhfahrer*innen durch angeblich legitimierte Parkwächter oder das Verbot für Radfahrer*innen auf immer mehr Wegen. Und auch die willkürliche Fällung von Bäumen in unmittelbarer Nähe der besetzten Datscha gehört sicher in diese Strategie der Stiftung.
Hier ist der Aufruf: Machen Sie den Park Babelsberg wieder für alle nutzbar
Ich erinnere mich an die Zeiten, als meine Kinder und ihre Freunde den Park Babelsberg gerne für Kindergeburtstage, Schatzsuchen, nachmittägliche Treffen, zum Ballspielen auf der Wiese, Schlittenfahren und zum Schlittschuhlaufen genutzt haben. Stiftungsmitglieder selbst geben an, dass das Eislaufen auf dem Kindermannsee zu ihren schönsten Kindheitserinnerungen gehöre (Quelle: MAZ).
Leider ist das alles nun nicht mehr möglich, seit die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten resolut mit Bußgeldern gegen all diese Dinge vorgeht. Besonders in Corona-Zeiten ist es unverantwortlich, den Kindern diese Freizeitvergnügen an der frischen Luft zu versagen. Sie sind ohnehin diejenigen, die am meisten unter dieser Zeit der Einschränkungen und ihren Nachwirkungen zu leiden haben.
Grünflächen wie der Park Babelsberg spielen eine wichtige Rolle für die psychische Gesundheit – insbesondere während einer Pandemie (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung).
Die geäußerten Gründe für die Verbote wie „Unesco-Weltkulturerbe“ und „Umweltschutz“ lagen vor einigen Jahren ebenfalls vor, trotzdem wurden die Übertretungen geduldet.
Der Stadtverordnetenversammlung ist das Problem bekannt, sie hat 2023 einen Beschluss zum Dialog mit der Schlösserstiftung gefasst, „um die Nutzbarkeit der Parkanlagen dauerhaft auch für Potsdamer Bürger zu sichern. Zunehmende Einzäunungen und vermehrte Kontrollen verstärken den Eindruck, dass die Parkanlagen nurmehr für touristische Zwecke bzw. zur Erhaltung des Weltkulturerbes dienen sollen.“ (Quelle: potsdam.de)
Daher fordern wir die Stadt Potsdam auf, effektiv dafür zu sorgen, dass Naherholung im Park wieder möglich wir. Und wir fordern die Schlösserstiftung auf: Machen Sie den Park Babelsberg wieder vollständig nutzbar und schaffen Sie die Verbote (Betreten der Rasenflächen außer der kleinen ausgezeichneten Liegewiese, Betreten der Eisfläche, Badeverbot) ab! Beenden Sie die Kontrollen der Schlittschuhläufer im Park!
Wir dokumentieren: Einen Gastbeitrag von Studierenden in Potsdam
Die Wohnsituation in Potsdam wird von Jahr zu Jahr schlechter. Mitunter besonders hart getroffen von dieser Entwicklung sind Studierende. Zu Beginn des Semesters zieht es tausende neue Gesichter nach Potsdam, doch wo und unter welchen Bedingungen kommen diese unter? Genau zu dieser Frage habe ich einen Monat lang eine Umfrage durchgeführt. Teilgenommen haben dabei etwa 1500 Studierende der Universität und Fachhochschule Potsdam. Die Ergebnisse sind schockierend und sie zeigen ein großes Versäumnis der Politik auf. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. So lautet Artikel 20, Absatz 1 des Grundgesetzes. Die Wichtigkeit des sozialen Zusammenseins steht somit auf der gleichen Ebene wie der Erhalt des demokratischen Systems. Doch den verantwortlichen politischen Kräften scheint dies nicht klar zu sein. Die derzeitige Lage dürfte von der Politik nur in einem Szenario wie in der Weimarer Republik geduldet werden, in dem das Soziale nicht in solch einer herausragenden Art und Weise in der Verfassung verankert wäre; Nur die Politiker*innen eines solchen Staates würden darauf vertrauen, dass die Grundordnung des Zusammenlebens inhärent gerecht ist und keiner staatlichen Intervention bedarf. Frei nach dem Motto: “Der Markt regelt das!”. Doch die Gleichstellung der sozialen mit der demokratischen Grundordnung, zwingt jede politische Strömung, welche sich zum Grundgesetz bekennt, Eingriffe in den Markt vorzunehmen, wenn die Sicherung sozialer Lebensumstände in Gefahr gerät und der Sozialstaat privaten Profitinteressen weicht. Dieser Punkt ist auf dem Wohnungsmarkt weit überschritten. So zeigen die vorläufigen Ergebnisse der Studie, das Studierende im Durchschnitt 47% Ihres Monatsbudgets für die Miete ausgeben. Eine Faustregel die besagt, dass 30% des monatlichen Budgets für die Miete aufgewendet werden sollen, können nur etwa 15% der Studierenden befolgen. Hingegen geben 44% mehr als die Hälfte und jeder siebte sogar mehr als 2/3 des Monatsbudgets für die Miete aus. Klar ist: viel bleibt da nicht übrig und so ist es kein Wunder, dass jeder/jede zweite (54%) nach Abzug der Miete weniger als das Existenzminimum von 532€ [1] zur Verfügung hat, Tendenz steigend. Einfach nur das Wohngeld weiter zu erhöhen, so wie es bisher Praxis war, ist krachend gescheitert. Letztes Jahr mussten 20 Milliarden Euro ausgegeben werden, um bedürftige Menschen beim Wohnen zu unterstützen. Das ist Geld, das letztendlich in Form riesiger Gewinne an Deutsche Wohnen und Co weiterfließt. Dieses Geld muss auch in Anbetracht der noch geltenden Schuldenbremse besser genutzt werden. Zum Vergleich, der soziale Wohnungsbau wurde 2023 mit lediglich 2,5 Milliarden unterstützt. Die Konsequenz: über 900.000 Sozialwohnungen fehlen. [2] Doch Bauen alleine löst die Krise nicht, Problem ist weniger der Mangel an Wohnraum, sondern ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Konkret am Beispiel der Studierenden erkennt man dies an der niedrigen Unterbringungsquote von 9% (etwa 2400 Personen) in den Wohnheimen des Studentenwerks. Der Grund: Die Kosten für Neubau sind hoch, 100.000€ müsse für einen Platz in einem neugebauten Wohnheim investiert werden, so Peter Heiß, Geschäftsführer des Studentenwerks. Um mit diesen steigenden Kosten umzugehen, welche vornehmlich auf explodierende Bodenpreise und die gestiegenen Zinsen zurückzuführen sind, setzt sich Isabell Vandre (Die Linke) im Landtag für eine eigenständige Förderung von studentischem Wohnraum ein. [3] Gleichzeitig lassen sich auf dem freien Markt hohe Gewinne erzielen, wie die folgende einfache Rechnung zeigt. Eine neu gebaute Wohnung kostet für das Studentenwerk 100.000 Euro. Da sich die Kosten über 33 Jahre abschreiben lassen ergibt dies pro Monat 252€. Im Geschäftsbericht des Studentenwerks findet man zudem, dass pro Wohnung und Monat die Kosten 107€ betragen. Rechnet man, hoch angesetzt, Instandhaltungskosten von 50€ hinzu, so landet der Mietpreis bei etwa 410€. Im Gegensatz dazu zahlen Studierende für die günstigsten, möblierten, privaten Wohnheims Plätze im Schnitt 613€. Somit ergibt das für die privaten einen Gewinn von 203€ pro Wohnung (vor Abzug der Steuern). Eine konservative Schätzung von 2000 Studierenden in privaten Wohnheimen ergibt auf das Jahr gerechnet einen Gewinn von 4,9 Millionen Euro; also pro Person 2436€. Geld, das in den Taschen der Studierenden viel dringender gebraucht wird, als bei privaten Unternehmen, welche zum Teil durch vollkommen legale Steuertricks Milliardenbeträge am Fiskus vorbei schieben. [4] Private Studierendenwohnheime sind nur eins der vielen Beispiele unsozialer Wohnungspolitik. Es sollte klar sein, dass in diesem Fall eine Intervention gefragt ist, eine Intervention so wie sie in Artikel 15 des Grundgesetzes vorgesehen ist: Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden. Wenn also für den Bau neuer Autobahnen oder dem profitorientierten Braunkohlebergbau ganze Gemeinden enteignet werden [5], dann ist es naheliegend auch aus sozialen Gründen Enteignung vorzunehmen.
Aus diesen Gründen muss die zentrale Frage der jetzigen Wohnkrise lauten: Können wir es uns gesamtgesellschaftlich noch leisten, dass Wenige auf Kosten der Allgemeinheit weiter Profite einstreichen und immer reicher werden?
Die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten hat in den letzten zwei Tagen weite Teile des kulturell und sportlich genutzten Außengeländes der Datscha in Potsdam platt gemacht: Bäume wurden gerodet oder so zurück geschnitten, dass sie in den nächsten Jahren nie wieder richtig austreiben können. Nebenbei wurde der Volleyballplatz zerstört und angekündigt, auf das Gelände der Datscha zu gehen und weitere Bäume zu „bearbeiten“.
Dies ist ein Angriff auf das letzte besetzte Haus in Potsdam. So empfanden das auch rund 130 Demonstrant*innen, die trotz Schnee und Minusgraden und einem einem Aufruf nur Stunden vorher am Donnerstag, den 18. Januar 2024 zu Datscha kamen, um ihre Wut und Solidarität zu zeigen.
Und wer vor Ort war konnte schnell und klar sehen: Dies waren keine Baumpflegearbeiten, sondern eine rigorose Zerstörung der Bäume, Sträucher, Lebensräume dort. Und wer vor Ort war konnte hören: Die Menschen werden den Angriff auf die Datscha nicht hinnehmen.
Die „La Datscha“ ist heute das einzige noch besetzte Haus in Potsdam. Sie ist ein vollkommen selbstorganisierter Ort mit Konzerten, Fahrradwerkstatt, Räumen, sich zu treffen, Tauschbörse und Umsonstladen. Und dies kostet die Stadt: Nichts. Wie viele ehemals besetzte Räume und Häuser in Potsdam gehört die Datscha zu den Orten, die bis heute das Rückgrat der (Sub) Kultur darstellen. Ob Waschhaus, Archiv, Lindenpark, Fabrik oder Spartakus – alle diese Orte waren ursprünglich besetzte Räume. Stellen wir uns Potsdam ohne sie vor und ohne die vielen Hausprojekte, wo Menschen noch leben und wohnen können, ohne Zwang und mit Mieten, die es sonst längst nicht mehr gibt in dieser Stadt – so ein Redner bei der Kundgebung.
Andere Redner*innen verwiesen auf das bedrohte Ökosystem mit bedrohten Tierarten und Bäumen, die Schatten und Schutz geboten haben – und von denen jetzt noch Stümpfe geblieben sind.
Wir dokumentieren hier einen Redebeitrag:
„Wenn es einen Ausdruck für das preußisch – barocke Herrschaftsgefühl gibt, was sich in dieser Stadt immer weiter breit macht, dann zeigt sich das am Besten im Handeln der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten (SPSG). Wer erinnert sich hier nicht an die Posse um den Wiederaufbau eines 200 m langen originalen Schotterweges, zu dessen Zweck das Strandbad Babelsberg verkleinert, der Seesportklub ins Exil geschickt und 5 Millionen ausgegeben wurden. Mitten im Lockdown der Coronapandemie kamen die ersten Bagger und Zäune, über Nacht, ohne Ankündigung – so wie jetzt. Vorher gab es die denkwürdige Infoveranstaltung in der Turnhalle im Zentrum Ost, wo die Stiftungsvertreter weinenden jungen Mädchen erklärten wie wichtig preußische Originale und Identitäten wären und dass sie sich nicht so haben sollten.
Borniertheit, Überlegenheitsgefühl und Ignoranz speisen sich aus eben diesem Bild der alten preußischen Garnison – und Residenzstadt. Und beim Blick auf viele andere stadtpolitische Konflikte wird auch klar, woher dieses Verhalten kommt. Ob beim Wiederaufbau der Garnisonkirche, beim Abriss der Fachhochschule oder jetzt beim Staudenhof: Überall setzen sich preußisch – barocke Retrofanatiker seit Jahren rücksichtslos über die Sorgen, Bedürfnisse und Alltagswünsche der Menschen in dieser Stadt hinweg. Ob Bürgerbegehren, Petitionen mit Tausenden Unterschriften, Kostenexplosionen bei den Baumaßnahmen, und der Verdrängung von Freiräumen – es ist alles egal,
In diesem Sinne sieht sich die Stiftung als Sachverwalterin eben dieser Interessengruppe und praktisch über den Regeln und Gesetzen in diesem Land. „Wir müssen auf naturschutzrechtliche Belange keine Rücksicht nehmen“, teilte die Stiftung auf Anfrage mit. Ob Menschen baden, Fahrrad fahren, feiern, Schlittschuh fahren wollen – alles verboten. Potsdam liegt fast komplett am Wasser und die Menschen haben fast keinen Zugang dazu. Potsdam liegt wunderschön im Grünen und die Menschen müssen vor allem Parkordnungen auswendig lernen.
Genau deshalb braucht es Orte wie die Datscha. Sie ist der Stachel im Fleisch der Barock – und Preußenfraktion. Sie ist das gallische Dorf im Untertanenstaat Preußen.
Deswegen werden wir die Datscha verteidigen und dafür kämpfen, die Stiftung endlich aufzulösen. Schlösser und Gärten sollten über 100 Jahre nach der Novemberrevolution und dem Sturz der Hohenzollern endlich wirklich den Menschen gehören!“
Die Diskussion für ein neues „Wohnungspolitisches Konzept“ waren wieder einmal umsonst
Über ein Jahr lang haben wir uns jetzt in den fachlichen und politischen Prozess zur Erarbeitung eines neuen „Wohnungspolitisches Konzeptes“ eingebracht – in Begleitkreise, Fachforen, Dialogveranstaltungen, Vorträge, Analysen. Jetzt ist das Konzept auf der Zielgerade, am 25. Januar 2024 soll es der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Aber eigentlich ist alles schon wieder Makulatur.
Diese Woche hat die kommunale Gesellschaft ProPotsdam der Öffentlichkeit vorgestellt, wie sie sich sich Wohnungspolitik vorstellt. Zentrale Aussage: Um neu bauen zu können müssen erst einmal Bestände verkauft werden. Außerdem können wir uns beim Neubau nicht an den neuen energetischen Standards orientieren.
Das ist im Grunde genau das Gegenteil von dem, was im Entwurf für das neue Konzept stehen soll und was in vielen Expert*innenvorträgen vorgeschlagen wurde.
So steht in diesem Entwurf:
„Verfügbarer und bezahlbarer Boden ist wesentliche Voraussetzung für das Entstehen bezahlbaren und bedarfsgerechten Wohnraums. Die Ressource Bauland ist limitiert und unterliegt in der Knappheit dem Marktmechanismus, welche in enorme Preisentwicklung resultiert. Im Ergebnis stellen die Baulandpreise heute einen wesentlichen Kostenfaktor für Wohnbauprojekte dar und treiben die später erforderlichen wirtschaftlichen Mieten zusätzlich in die Höhe. Ziel der Landeshauptstadt Potsdam muss daher sein, für eine nachhaltige Wohnbauentwicklung Flächen zu sichern und zu bevorraten, um diese dann im Rahmen einer aktiven Bodenpolitik strategisch einzusetzen. So lassen sich die erforderlichen Wohnbauflächen ggf. ankaufen und als Flächen für Wohnungsbau oder für die der Daseinsvorsorge bereitstellen.“
Und:
„Um eine langfristige Sicherung bezahlbaren Wohnens abzusichern, hält die Landeshauptstadt Potsdam an dem strategischen Ziel fest, den Anteil der Eigentümergruppe gemeinwohlorientierter Wohnungsunternehmen am Potsdamer Wohnungsmarkt auf mindestens 40 Prozent zu steigern und für eine ausgewogene räumliche Verteilung einen Anteil in jedem Stadt- und Ortsteil von mindestens 10 Prozent am Wohnungsbestand anzustreben.“
Jetzt wird mal wieder verkauft und nicht aufgekauft. Jetzt wird den Anteil gemeinwohlorientierter Wohnungsunternehmen mal wieder sinken.
Und mit großer Sicherheit wird sich die ProPotsdam auch nicht an die so gelobte neue „Leitlinie Grundstücksverkäufe“ halten und die Häuser statt nach Konzept an gemeinwohlorientierte Eigentümer nach Höchstgebot an private Immobilieninvestoren verkaufen.
Andere Konzepte hätten wir ja im Begleitkreis gut und sachlich diskutieren können. Das war so aber nicht gewollt. Inzwischen ist klar: Selbst Teile der Verwaltung und die mit der Begleitung des Prozesses für ein neues „Wohnungspolitisches Konzept“ beauftragten Planungsbüros wie Regiokontext waren nicht informiert oder gar eingebunden.
Wir haben also ein Jahr lang schön am Thema und den Problemen vorbei diskutiert und gearbeitet.
Wenigstens wollen wir hier alle Mieter*innen informieren, deren Häuser auf der Liste der ProPotsdam stehen. Denn klar ist: Mit einem Verkauf nach Höchstgebot auf dem Immobilienmarkt an private Investoren steht hier ein massiver Verdrängungsprozess bevor.