Autor: cali

  • Visitenkarte der Nation

    Bauten von nationalistischer und kolonialer Bedeutung

    Quelle: www.africavenir.org

    Diesmal geht es nicht allein um die Garnisonkirche Potsdams, sondern deren sperriges Pendant in Berlin: das Humboldt-Forum. Die Stadtschloss-Attrappe sorgt dieser Tage für zahlreiche Schlagzeilen. Wenn es um das Forum geht, geht es um Kolonialismus, um die Exponate, genauso um Preußenidealisierung, Glaubensmissbrauch oder rückwärtsgewandte Architektur. Vor einigen Tagen wurde das Humboldt Forum in der Mitte Berlins nun teileröffnet, nur digital. Zum Glück gab es kein Fest um dieses Trauerspiel deutsch-nationaler Verklärung und Schuldverdrängung.

    (mehr …)
  • COMÚN #4 ist erschienen

    Magazin für Stadtpolitische Interventionen

    Titelseite der 4. Ausgabe

    Willkommen in der Común ‚4! Setzt euch doch erstmal. Genießt noch kurz die Stille, wenn ihr von hier aus gleich losgeht , wird es schnell lauter, aufregender und bunter. …“ So beginnt die 4 Ausgabe der noch jungen Zeitschrift. Común – Magazin für stadtpolitische Interventionen (comun-magazin.org)

    Auf den Seiten 4 und 5 gibt es eine stadtpolitische Vorstellungsrunde. Diesmal sind es die Gruppen „Recht auf Stadt Regensburg“ und das Netzwerk „Stadt für alle“ Potsdam.

    Wir sind viele – jederorts

    Lesenswert!!! Nicht nur die Vorstellungsrunde, sondern das gesamte Heft!

    Nicht vergessen: LESEN bildet! Bildet euch und eure Interessengruppen! Vernetzt euch und interveniert. Auch 2021!

  • Der Alptraum wird wahr?

    Was wir mit aller Kraft verhindern wollen, soll nun eintreten: Das Landesamt für Bauen und Verkehr hat das Planfeststellungsverfahren für den Bau der Tank- und Rastanlage Havelseen am Standort Paaren mitten in der Pandemie gestartet. Wie die Behörde mitteilte, soll die Auslegung der Unterlagen im Zeitraum vom 15. Februar bis zum 15. März 2021 ausschließlich im Internet stattfinden. …“

    Wir dokumentieren die Pressemitteilung der BI Potsdamer Norden

    (mehr …)
  • Jahresrückblick 2020

    Eine andere Perspektive auf die Stadt

    Hauptthemen für das Bündnis Potsdam-Stadt-für-alle waren dieses Jahr: das Strandbad Babelsberg, das RAW-Projekt, das Thema Wohnen in Potsdam mit seinen zahlreichen Facetten und Problemen, die Garnisonkirche, das Rechenzentrum, das Klinikum und auch Corona.

    (mehr …)
  • PNN geschrumpft

    Was so nicht in der MAZ oder der PNN steht …

    …sondern in der taz! Seltsame Umwege gehen manchmal Nachrichten. Die bürgerliche PNN bedient sich der linken taz, um auf die Schrumpfung an Personal, Mitteln und Zuständigkeiten aufmerksam zu machen.

    (mehr …)
  • Die heilige Corona

    Corona ist nach katholischer Betrachtung die Schutzpatronin des Geldes. Gedanken zur Weihnachtszeit.

    Krippe für Purist*innen von Corpus Delicti

    Schon vor Wochen wurde entschieden, es gibt keinen Weihnachtsmarkt in Potsdam. Der alberne „blaue Lichterglanz“ reduziert sich auf den Weihnachtsbaum am Brandenburger Tor. OBM Schubert in der Kutsche mit dem Weihnachtsmann bleibt uns auch erspart. Was bleibt? Schwibbögen und Krippen! Viele Weihnachtskrippen verbinden die Bilderwelt der Adventszeit mit jener des Dreikönigsfests. Diesmal steht ein etwas andere Dreikönigstreffen an. Die unheiligen drei Könige heißen diesmal SARS-CoV-2, ASF-V und H5N8. Diese Viren sind die Könige der Zeit und bestimmen unseren Alltag. Sie lassen nicht bis zum 6. Januar auf sich warten.  Ganz im Gegenteil – sie sind schon da. Angekündigt haben sie sich bereits zu Jahresbeginn.

    (mehr …)
  • Keine Störung des Gottesdienstes

    … und kein Hausfriedensbruch, kein Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte!

    Das Gewaltmonopol liegt beim Staat

    Es gab heute beim Amtsgericht erneut eine Verfahrenseinstellung. Grund dafür ist wiederholt die Unglaubwürdigkeit der Polizeiaussagen. Dies war heute kein Einzelfall. Hinter der Kriminalisierung von Protest steckt entweder scheinbar eine Methode oder einfach nur Voreingenommenheit. Heute Nachmittag waren fünf Mannschaftswagen der Polizei vorgefahren, um eine kleine Gruppe junger fridays-for-future-Demonstrant*innen am Platz der Einheit „zu beschützen“. Grund: Sie setzen sich für den Erhalt des Dannenröder Forst und eine Verkehrswende ein. Eine Polizist*in hätte auch gereicht.

    (mehr …)
  • Grün im Herbst – Chlorophyllverlust

    oder Bündnisgrüne Grundsätze im Wandel der Zeit

    Die Grüne Partei in der DDR wurde (heute vor 31 Jahren) auf dem 6. Ökologieseminar am 24.-26. November 1989 in Berlin-Treptow ins Leben gerufen. Auch Potsdamer*innen waren daran beteiligt. Drei Jahrzehnte später: Eine Bundesvorsitzende der Partei Bündnis90/Die Grünen lebt in Potsdam und das Direktmandat des Landtagswahlkreises gewann ebenfalls eine Grüne. Die Bündnisgrünen sind Teil der Rathauskooperation in Potsdam. Grüne Präsens auf allen politischen Ebenen.

    Letztes Wochenende verabschiedeten Bündnis90/Die Grünen ihr neues Grundsatzprogramm. Viele Gründe, um den Fragen nachzugehen: Alles im „grünen“ Bereich“? Was ist übrig von den Eckpfeilern der sozial-ökologischen, pazifistisch-gewaltfreien und auf Geschlechterparität und Basisdemokratie ausgerichteten Bewegung? Sind wir auf dem Weg zu einer Gesellschaft (einer Stadt) für alle?

    (mehr …)
  • Vom Kriegstreiber zum Friedenskaiser?

    … und ein Volk in Trauer

    Jetzt oder nie – Monarchie!

    „Die Irren sind wieder in der Stadt“ so könnte eine verharmlosende Überschrift auch lauten. Sie treffen sich am 14.11. am Neuen Palais. Vieles erinnert an den August 1991, der Überführung der Königssärge. Vorgeschobener Anlass ist diesmal die Abdankung des letzten deutschen Kaisers. Doch es geht um mehr: um die Destabilisierung der Demokratie und die Infragestellung der aktuellen Rechtsordnung. Zu den von sogenannten Reichsbürgern vertretenen Ideologien gehören oft die Ablehnung der Demokratie, Ideologieelemente des Monarchismus, Rechtsextremismus, Geschichtsrevisionismus und teilweise Antisemitismus oder die Leugnung des Holocausts. Sie teilen eine Haltung der Ablehnung gegenüber einer offenen und pluralistischen Gesellschaft.

    (mehr …)
  • „Soldaten sind Mörder!“

    Potsdamer Mahnungen; von Tucholsky bis Neitzel

    Diese Erkenntnis ist so alt und richtig, wie es Kriege gibt. Heute müsste es selbstverständlich „Soldat*innen sind Mörder*innen“ heißen.  Zum ersten Mal hatte Tucholsky 1931 diese Provokation  in der Zeitschrift „Die Weltbühne“ publiziert. Die roten Hefte waren ein Potsdamer Produkt in der Weimarer Zeit gegen den weit verbreiteten, militaristischen Geist von Potsdam.*1

    Gestern (02.Nov.2020) wurde das Buch „Deutsche Krieger: Vom Kaiserreich zur Berliner Republik“ des Historikers Sönke Neitzel veröffentlicht (Professor an der Uni Potsdam). Eine 800 Seiten umfassende Studie, in der Neitzel die deutsche „Kriegskultur“ vom 19. Jahrhundert bis heute untersucht und dabei die Frage stellt, was ein Leutnant des Kaiserreichs, ein Offizier der Wehrmacht und ein Zugführer der Bundeswehr in Kunduz-Einsatz gemein haben.

    (mehr …)