Die Stadtmitte soll weiblicher werden. Drei Frauen sollen im neuen Quartier zwischen Landtag und Bibliothek Namensgeberin für die drei neuen Straßen sein. Doch das führt im 100. Jahr des Frauenwahlrechts zu Widerstand. Mit den drei dümmlichsten Argumenten wollen wir uns kurz auseinandersetzen.
(mehr …)Kategorie: Stadtgeschichten
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Wegmarke Potsdamer Demokratie
Am heutigen 1. Oktober vor 30 Jahren wurden fast 4.000 Menschen aus der Prager Botschaft in die Bundesrepublik transportiert. Der Zug fuhr durch die DDR. Es kam entlang der Strecke zu Ausschreitungen. Es war der Höhepunkt der Fluchtwelle 1989. Gleichzeitig gab es aber auch Menschen die HIER bleiben wollten und viel riskierten. Am 7. Oktober – dem Feiertag zum 40. Jahrestag der DDR – setzten viele hundert Menschen dem Staatsakt auch in Potsdam etwas entgegen. „Wir bleiben hier – verändern wollen wir!“ war ihre Losung, mit der sie auf der heutigen Brandenburger Straße demonstrierten. Die Aktion war illegal und ihr Ausgang war völlig ungewiss. Und es kam wie befürchtet. Die Polizei schritt ein und es gab über 100 Verhaftungen.
Am 8.10. gibt es einen Filmabend mit Zeitzeugen-Gespräch zu den Ereignissen vor 30 Jahren in Potsdam. Der zeitliche Bogen der Gespräche und Filme spannt sich von September 1987 bis August 1991. Dabei sollen die Ereignisse auch gesellschaftspolitisch eingeordnet und aus der heutigen Sicht reflektiert werden. Die Demonstration vom 7. Oktober 1989 nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.
Mehr dazu hier: http://potsdam-stadtfueralle.de/wegmarken-potsdamer-demokratie-3/
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Glockenspiel verstummt – Glückwunsch
Wir möchten an dieser Stelle den offenen Brief des „Vereins zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam e.V.“ zur Abschaltung des Glockenspiels auf der Plantage dokumentieren. Über viele Jahre haben verschiedene Initiativen versucht, das Geschenk von Max Klaar und dessen rechter Kammeraden, an die Stadt Potsdam zu Verstummen zu bringen. Nun hat der Oberbürgermeister Schubert dem Lärm ein Ende gesetzt. Von Mitteschön wurde er dafür kritisiert. Der Antimilitaristische Verein lobt den OB und hat Erwartungen.
„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schubert,
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Schubert ist Steigbügelhalter der Stiftung Garnisonkirche
Der aktuelle Vorschlag Schuberts klingt fast wie eine Schlichtung und Versöhnung. Es ist aber ein gekonnt eingefädeltes taktisches Kalkül zu Gunsten der Stiftung Garnisonkirche und dem Prestigeobjekt des Oberbürgermeisters (OB), dem Stadtkanal.
Wer kann schon etwas gegen eine internationale „Jugendbegegnungsstätte für Bildung und Demokratie“ haben? Wer will sich dem in den Weg stellen oder stoisch auf seiner angestammten Meinung beharren oder im alten Rechenzentrum bleiben?
Selbst die Gegner*innen des Kirchenprojektes fordern seit vielen Jahren ein NS-Dokumentationszentrum und eine umfassende Aufarbeitung der Militärgeschichte der Stadt sowie des Preußischen Nationalismus. Jüngst kündigten die Niemöller-Stiftung und andere Kritiker*innen die Schaffung eines unabhängigen Lernorts Garnisonkirche Potsdam an. Der OB-Vorschlag klingt wie das Aufgreifen dieser Forderungen und Aktivitäten. Es erweckt den Eindruck des aufeinander Zugehens.
All das ist es NICHT!
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Potsdam und seine Hohenzollern
Ein Streit, ein Beitrag, eine Spendenaktion
Die Residenz – und Militärstadt Potsdam wurde jahrhundertelang durch die Fürsten des Hauses Hohenzollern geprägt. Heute wollen die Menschen von Mitteschön, die Granden der Evangelischen Kirche und viele Politiker*innen aus fast allen Parteien am Liebsten die gute, alte Zeit zurück. Da wo in der Garnisonkirche noch für den Sieg der preußischen Waffen gepredigt wurde, wo der Glanz des barocken Italiens ein wenig auf die Stadt abfärbte, wo Ordnung, Gehorsam und Disziplin die vorherrschenden Verhaltenswerte waren. Gerade haben viele Menschen bei der alljährlichen „Schlössernacht“ wieder ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt.
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Die Nachfahren der Hohenzollern – Dynastie haben das mal ein wenig weiter gedacht und fordern jetzt „ihr Eigentum“ zurück – einschließlich der Wohnrechte in Schlössern und Villen und dem Recht, die Geschichte selbst zu schreiben. -
Militärputsch 20.Juli 1944
(ewig) gestrige Verehrung und stetige Verdrängung

Gestern waren sie wieder da, die Konservativen und Rechtsliberalen. Die Kanzlerin mit ihrer neuen Verteidigungsministerin in Berlin, die CDU mit MAZ und PNN. Sie gruben Geschichten aus, meist persönliche und strikten da herum alte und neue Legenden. Der sogenannte Widerstand vom 20.Juli war ein Militärputsch, nicht mehr aber auch nicht weniger. Selbst dies erforderte Mut und Entschlossenheit. Das Ergebnis kennen wir. Es fehlte letztendlich an Letzterem. Ein direkter Pistolenschuss hätte es sicherlich auch getan. Für aufrechte Militärs wäre das die logischste Variante gewesen.
Sie waren alle, vor allem der Adel, Teil der Kriegsmaschinerie. Die meisten von ihnen waren nicht angetreten um Faschismus, Krieg und Völkermord entgegen zu wirken, sondern um Hitler als Oberbefehlshaber abzusetzen. Er als Peron war ihnen ein Graus. Sie wollten nicht Demokratie, Rechtstaatlichkeit oder bürgerliche Freiheiten erbomben, so wie es gestern, am 20.Juli 2019, vielerorts gern erzählt wurde.
Doch neben all diesen geschichtsrevisionistischen Veranstaltungen, gab es auch einen Lichtblick in dieser „Prinz will ein Schloss zurück – Preußen-Disneyland-Stadt“. Das KOMITEE FÜR PREUSZISCHE LEICHTIGKEIT hatte gemeinsam mit dem Erinnerungstheater „Blaues Blut“ für den 20.Juli 16:00 Uhr ein Theaterstück angekündigt.
Leider musste es kurzfristig abgesagt werden.

Absage mit Verweis auf das Gedächtnistheater Garnisonkirche Den Grund für die Absage erfahren Sie hier:
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Oswalt, Vogel und wir
Rede, Gegenrede und Analyse der Antworten von Martin Vogel rund um die GK
Wird mit der Garnisonkirche in Potsdam ein Identifikationsort für Rechtsradikale wiederaufgebaut? So hat es der Architekturtheoretiker Philipp Oswalt im Monopol-Interview ausgedrückt. Dann widersprach Martin Vogel, theologischer Vorstand der Stiftung Garnisonkirche Potsdam und wir analysieren dessen widersprüchliche Antworten.
Die Fragen stellte Saskia Trebing (ST) vom Monopol-Magazin. Martin Vogel (MV) antwortet und S4a sind wir: eine Redaktionsgruppe von Stadt-für-alle.
16 Fragen, 16 Antworten, 16 Analysen und ein Problem, der Wiederaufbau eines Symbols.
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Preußens Gloria und geheime Verhandlungen mit Frau Grütters
Die Hohenzollern erhalten ein unentgeltliches Wohnrecht im Schloss Cecilienhof
So zumindest die Wunschvorstellung von Georg Friedrich Prinz von Preußen. Entweder sind die Hohenzollern, die seit 2018 in Potsdam wohnen, pleite und sich zu fein ordentlich Wohngeld zu beantragen, oder sie sind völlig weltfremd. 100 Jahre nach Kriegsende (ein Krieg den Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen, der letzte deutsche Kaiser und Ururopa des Prinzen, begonnen hat), kommen sie wieder aus ihren Löchern gekrochen. Kein Wunder, da die Gesellschaft sich seit Jahrzehnten weigert, die eigene Geschichte aufzuarbeiten und mittlerweile immer weiter nach rechts abdriftet.
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Alles bleibt wie es ist?
Ein Wochenrückblick auf Potsdam
Nach der Kommunalwahl sprechen Viele von der Chance auf eine neue „linke Mehrheit“ in der Stadtverordnetenversammlung. SPD, Grüne und Linke kommen zusammen auf über 50 % der Stimmen.
Ein kritischer Blick auf deren Stadtpolitik der vergangenen Jahre und leider auch der letzten Tage zeigt allerdings, dass in dieser Schublade „links“ eher investorenfreundliche, neoliberale, konservative Realpolitik steckt.
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