Demonstration am 15. September 2021 // 17 Uhr // Start vom dem Rechenzentrum
Wir rufen zur Demonstration „Für ein Potsdam mit Rechenzentrum“ auf.
Das Rechenzentrum, ein städtischer Ort der Kultur, Kunst und Begegnung, den Hunderte von Menschen, Gruppen und Initiativen intensiv und divers nutzen, ist nach wie vor vom Abriss bedroht – und das völlig ohne Not!
„Üb immer Treu und Redlichkeit“ sowie „Lobet den Herrn“ erklangen heute vor 107 Jahren im nervigen Halbstundentakt. Der erste große Sieg wurde gefeiert, nachdem am 01.August 1914 im Neuen Palais der deutsche Kaiser dem Rest der Welt den Krieg erklärte. Der Sieg bei Tannenberg (30.08.1914) galt vielen als Beweis dafür, dass die deutschen das von Gott auserwählte Volk waren und dafür, dass die deutsche militärische Führungskunst überlegen ist. Auch die Richtigkeit des Dogmas der Vernichtungsschlacht wurde bestätigt. Geschickt inszenierte die zeitgenössische Propaganda den umfassenden Sieg als erfolgreichen Kampf des „Germanentums“ gegen das „Slawentum“. „Inszenierung“ ist auch das Label des Glockenspiels an der Plantage.
Den neusten Sonntagsfragen zu Folge, liegt im Bundestagswahlkampf die SPD leicht vor der CDU .Doch was versprechen diese Parteien zum Thema Wohnen oder Miete? Versprechen heißt nicht halten. Bisher hat sich durch die beiden Regierungsparteien wenig oder nichts getan. Im Gegenteil: es gab zahlreiche „Verschlimmbesserungen“ als echte Lösungen. Und was sagen die vielen Juniorpartner*innen? GRÜNE, LINKE, FDP stehen bereit für Machtteilhabe. In der heutigen Zeit ist Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung nicht mehr von Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu trennen. Eine komplexe Aufgabe. Das haben viele begriffen. Doch wirklich nachhaltige Lösungen bei den Parteien finden sich in den Programmen nur bruchstückhaft.
Wir dokumentieren und rufen auf, mit uns nach Berlin zu fahren!
WOHNEN FÜR ALLE!
Gemeinsam gegen hohe Mieten und Verdrängung.
Ob
Frankfurt, Dresden, München, Leipzig, Berlin, Hamburg oder Köln: die
Mieten steigen weiter – und das nicht nur in den großen Städten.
Überall sind Menschen von explodierenden Mieten betroffen, werden
zwangsgeräumt oder finden keine Wohnung. Die Wohnungslosigkeit nimmt
weiter zu und damit auch die Zahl derer, die ganz ohne Unterkunft auf
der Straße leben. Menschen mit geringem Einkommen, Alleinerziehende,
Geflüchtete, von Rassismus und anderen Diskriminierungen betroffene
Menschen, Rentnerinnen und Rentner, Menschen mit Beeinträchtigungen und
junge Familien – viele trifft der alltägliche Mietenwahnsinn besonders
hart.
Trotz vielfach stagnierender Löhne und Einkommenseinbußen
durch die Coronapandemie steigen die Mieten unbeirrbar weiter. Viele
Menschen müssen einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für
überhöhte Miete aufbringen und zum Leben bleibt nicht viel über. Wir
fordern: Löhne hoch, Mieten runter!
Explodierende Mieten sind kein
Naturgesetz, sondern Ergebnis einer verfehlten Wohnungspolitik, die
Profitinteressen über das Recht aller Menschen auf angemessenen und
bezahlbaren Wohnraum stellt. Profitinteressen geben den Ton an: Wohnraum
wird als Spekulationsobjekt an der Börse gehandelt. Durch die Fusion
von Vonovia und Deutsche Wohnen entsteht gerade der größte
Immobilienkonzern Europas. Doch wir wissen: Wohnen ist ein Menschenrecht
und keine Ware!
Wir sind an vielen Orten betroffen, und wir sind
wütend. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass wir gemeinsam die
Verhältnisse ändern können! Seit vielen Jahren organisieren sich
Menschen gegen steigende Mieten, Verdrängung und Zwangsräumungen.
Am
11. September 2021 gehen Mieter*inneninitiativen und -vereine,
stadtpolitische Gruppen, Gewerkschaften und Verbände auf die Straße, um
in bundesweiter Solidarität mit den Vielen einen radikalen Kurswechsel
in der Mieten- und Wohnungspolitik von der zukünftigen Bundesregierung
einzufordern.
In unserer thematischen Vielfalt vereinen wir uns
unter dem Motto: Wohnen für alle! Gemeinsam gegen hohe Mieten und
Verdrängung.
In den letzten Wochen gab es eine Menge unterschiedlicher Studien, Recherchen und Positionen zur Wohn – und Mietenpolitik in Deutschland. Sie zeigen die Dynamik und Dramatik dieses Themas unmittelbar vor der Bundestagswahl: Es ist das wichtigste soziale Thema vieler Menschen!
Fast immer geht es auch um Potsdam. Berechnungen zeigen, dass Potsdam seinen Platz als teuerste Stadt in den neuen Bundesländern festigt und bei einigen Parametern längst mit Großstädten im Westen mithalten kann. Gleichzeitig zeigen mietenpolitische Initiativen und die Stadt Berlin wie es auch anders geht. Vorbild für eine neue Wohnungs – und Bodenpolitik in Potsdam? Leider nicht. Aber lesen hilft vielleicht.
Wir haben Schuld auf uns geladen, wollen uns aber versöhnen. Klingt nach Garnisonkirche, scheint aber auch die neue Taktik unseres Potsdamer Sorgenprinzen, Georg Friedrich Prinz von Preußen zu sein. Er sei über Rolle der Familie in Nazi-Zeit „erschüttert“. „Ich sehe mich und meine Familie bei der Aufarbeitung der dunklen Kapitel unserer Geschichte in der Verantwortung“, sagte er am Mittwochabend bei der Präsentation des Buches „Der Kronprinz und die Nazis – Hohenzollerns blinder Fleck“ in Berlin. „Dunkles Kapitel“ – welche verharmlosende Formulierung. Auch diese erinnert an die Stiftung Garnisonkirche. Zu den Antworten auf die Fragen: Worum es geht, wer wem hilft und wer dagegenhält …
Ein seltsames Demokratie- und Selbstverständnis offenbarte gestern im Hauptausschuss Oberbürgermeister Mike Schubert. Er agierte wie „der kleine König“ aus dem Abendgruß des Sandmanns. Schuld hatten nur Pferd Grete, Hund Wuff oder die Katze Tiger; nur er nicht. Der Anlass: Unter Sonstiges kritisierte der LINKEN-Politiker Dr. Scharfenberg die Erklärung des Kuratoriums der Stiftung Garnisonkirche und wies drauf hin, dass diese einstimmig getroffen wurde. Also mit der Stimme des OBM. Der Beschluss gefährde die Offenheit des Diskussionsprozesses, so Scharfenberg. Im Nachgang entspannte sich eine illustre Debatte dazu.
Heute weist die Ortsgruppe Potsdam von Architects for Future mit mehreren gutachterlichen Stellungnahmen nach, dass der Erhalt des Kunst- und Kreativhauses möglich und geboten ist. „Hier schlägt ein kreatives Herz der Landeshauptstadt. In dem Bau der Ostmoderne ist in den vergangenen Jahren ein unglaublich kreativer und lebendiger Sozialraum entstanden“, findet auch die Kulturministerin Brandenburgs.[1] Manja Schüle hat sich gestern ebenfalls für den Erhalt des Kreativhauses Rechenzentrum ausgesprochen.
Morgen jährt sich das Spektakel um die Umbettung zweier Preußenkönige zum 30sten Male. Der Begräbniskult war ein Tiefpunkt der Demokratie und der Souveränität der Republik sowie der Startschuss für die Verklärung der Könige und die Re-Historisierung dieser Stadt.
Der Errichtung des Glockenspiels an der Plantage am 14.April 1991 im Beisein der Hohenzollern und der Landesregierung folgte am 17.August die staatsaktähnliche Überführung zwei Königssärge nach Potsdam. Mit Bundeskanzler Kohl als Pate des nationalistischen Hochfestes. Als „Die Heimkehr der Könige“ war das aristokratische Spektakel und die Berichterstattung oftmals überschrieben.
Seit Jahren behaupten Vertreter*innen der Stadt Potsdam sowie die der Stiftung Garnisonkirche, dass mit dem Bau des Turms der Garnisonkirche aus baurechtlichen wie brandschutztechnischen Gründen der Abriss zumindest eines Teils des Rechenzentrums erforderlich wäre. Die dieses Jahr neu gegründete Ortsgruppe von Architects for Future e.V. hat führende Experten um eine Prüfung des Sachverhaltes gebeten. Die Gutachter stellen im Pressegespräch die Ergebnisse ihrer fachlichen Prüfung vor stehen zu Fragen Rede und Antwort.